Ein Mann, der seinem Geld vertraut
Am Rande einer Wirtschaftskonferenz unterhielt sich der saudische König mit Bill Gates, dem reichsten Mann der Erde. "Ach", sagte der Saudi, "der Ölpreis ist seit Jahren so hoch, ich hab so viel verdient, ich könnte die ganze Welt kaufen!" Bill Gates darauf: "Ich verkaufe aber nicht!"
Ein netter Witz - zumal jeder, der ihn liest, weiß, dass die Welt weder einem König noch dem schönen Bill gehört oder gehören wird. Meine Leser und ich, wir machen uns auch weniger darüber Gedanken, wie man die Welt kaufen kann, als vielmehr, wie wir in Zukunft mit dem Geld überhaupt noch über die Runden kommen können.
Im Gegensatz zu den meisten von uns hatte Simon genug davon. Simon lebte - berichtet die Bibel - in der Stadt Samaria und er machte auf eine sehr eigenartige Weise Money: Er arbeitete als Zauberer - wobei sein Job weniger unter "Unterhaltungskünste" eingeordnet werden muss, als vielmehr unter "praktizierte Magie", denn er übte okkulte Praktiken aus, dazu gehören z.B. Wahrsagen, Besprechen und Spiritismus. Was er im Einzelnen trieb, darüber lässt sich die Bibel nicht aus. Aber viele Leute, die damals ein Problem hatten und Hilfe brauchten, kamen zu ihm und ließen an sich seinen Hokuspokus machen. Als Gegenleistung nahm er ihr Geld und den Ruhm für sich in Anspruch. "In ihm ist die Kraft Gottes, die große Kraft lebt in ihm" hieß der Werbespot, der über ihn in Umlauf war. Um was für eine Kraft und was für einen Gott es sich dabei gehandelt hat, lassen wir jetzt einmal dahingestellt sein.
Eines Tages kam ein Mann aus Jerusalem und hielt dort in Samaria eine Evangelisation. Die Predigt des Evangelisten war begleitet von Heilungswundern. Aber das größte Wunder war, dass sich durch das gepredigte Wort Gottes viele dem Glauben an Jesus Christus zuwandten und taufen ließen. Nicht nur Simons Kundenstamm bekehrte sich, sondern sogar Simon selbst! Simon war fasziniert davon, wie durch das Gebet dieses Philippus Gelähmte und Verkrüppelte Heilung fanden und Besessene frei wurden. Das war mehr, als er in seinen "besten Zeiten" mit seiner Zauberkunst geschafft hatte.
Aber er sollte noch mehr staunen: Eines Tages kamen wieder Leute aus Jerusalem. Sie sollen zu den 12 Jüngern von Jesus gehört haben und hießen Petrus und Johannes. Die predigten nicht nur, sondern boten anschließend die "Taufe mit dem Heiligen Geist" an: Jedem, der es wollte, legten sie die Hände auf und der Betreffende wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt. "Das möchte ich auch können: Den Menschen so die Hände auflegen" - dachte er bei sich und wandte sich an die beiden Apostel: "Ich zahle euch, was ihr wollt, wenn ihr mir dazu verhelft, dass ich auch diese Macht erhalte, die Hände aufzulegen und damit andere gesund zu machen oder ihnen den Heiligen Geist zu vermitteln!" In diesem Deal sah er sein Geld gut angelegt: Statt schwarzer Magie (im Namen des Teufels) jetzt weiße Magie (Zauberei im Namen Gottes)! Wenn er das könnte, das wäre eine optimale Geldanlage!
Der Apostel Petrus war bestimmt ein lieber und friedlicher Mensch. Aber an dieser Stelle ist in der Bibel belegt, dass er wirklich "zur Sau" wurde: "Zur Hölle mit dir und deinem Geld! Meinst du vielleicht, du könntest kaufen, was Gott verschenkt? Kehre um und gib deine böse Absicht auf! Bitte Gott, dass er dir diese Gedanken verzeiht!"
Wir wissen nicht, wie diese Begebenheit ausging, denn die Bibel berichtet das nicht mehr. Aber mir wird an dieser Geschichte wieder deutlich: So wichtig und nötig Geld für unser Leben ist - aber wir sollten seinen Wert nicht überschätzen, denn:
1. Geld macht nicht glücklich (das sehen wir an den vielen Menschen, die Geld haben und trotzdem nicht glücklich sind),
2. Geld ist nicht imstande, alle Probleme zu lösen (denn die meisten unserer Probleme sind nicht materieller Art) und
3. Es gibt vieles, was man sich nicht für Geld kaufen kann! Und dazu gehört auch alles, was Gott uns gibt: sein Segen, seine Bewahrung, sein Trost, sein Frieden, seine Freude und nicht zuletzt: das ewige Leben.
Überlegen wir mal: wenn Gott sich alles bezahlen ließe - dann wären wieder diejenigen vornan, die Geld haben, und alle anderen gingen wie immer leer aus! Bei Gott dagegen kommen die zu etwas, die bereit sind, sich alles schenken zu lassen! Vielleicht hat Jesus das gemeint, wenn er gesagt hat, dass wir "wie die Kinder" werden müssen, denn Kinder lassen sich gern beschenken. Und wer das kann, der kann bei Gott zu etwas kommen - wer dagegen denkt, er muss sich für alles bei Gott abfinden und ihm alles wiedervergelten, der geht sicher leer aus.
Apostelgeschichte 8,5-24
Philippus in Samaria. Der Zauberer Simon
8,4 Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort.
8,5 Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus.
8,6 Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.
8,7 Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen Besessenen, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht;
8,8 und es entstand große Freude in dieser Stadt.
8,9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes.
8,10 Und alle hingen ihm an, klein und groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird.
8,11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte.
8,12 Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen.
8,13 Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen.
8,14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
8,15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den heiligen Geist empfingen.
8,16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
8,17 Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist.
8,18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an
8,19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den heiligen Geist empfange.
8,20 Petrus aber sprach zu ihm: dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.
8,21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.
8,22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne.
8,23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit.
8,24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt.
8,25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.
Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers. Revidierter Text 1984
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Mit freundlicher Genehmigung der Deutsche Bibelgesellschaft (http://www.dbg.de/)


