Ohne Licht

Jesus Christus spricht:

"Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe."

Johannes 12,46

Es war im Sommer des vergangenen Jahres. Schon kilometerweit waren wir durch die schöne Bergwelt der Dolomiten gefahren. Endlich kamen wir an unserem Urlaubsziel an, eine erst in den letzten Jahren entstandene Pension. Wir stiegen aus dem Auto aus - welch eine reine Luft hier in mitten von Wald und Bergen! Wie wohl tat die Sonne. Auch im Haus war es blitzsauber, so recht zum Wohlfühlen.

An der Rezeption im Erdgeschoss legten wir unsere Buchungspapiere vor. Die Frau sagte uns in holprigem Deutsch ein herzliches Willkommen und schickte sich an, uns in unsere Zimmer zu führen. - Aber was war denn das? Wir gingen doch die Treppen nach unten. Wir wollten doch nicht im Keller schlafen! Schon schloss sie eine Tür auf und betätigte den Lichtschalter, obwohl draußen strahlend die Sonne schien. Wir schauten die Frau mit großen Augen an.

Schnell erfassten wir die Situation. Es war ein wunderschönes Urlaubszimmer mit Dusche, Telefon, Fernsehen, weichen Betten und vielem was man braucht oder nicht braucht, aber das Wichtigste fehlte - Licht! Es war ein Kellerraum, der wohl ein großes Fenster hatte, aber nur durch einen Lichtschacht nach oben verbunden war.

"Sie haben aber so gebucht", sagte die Frau. Die genaue Bezeichnung auf der Buchung lautete: "Urlaubszimmer ohne Panoramablick". Ach wir hätten auf vieles in der Einrichtung des Zimmers verzichtet, nur nicht auf das Licht!

Wenn ich an mein Leben denke, könnte ich auf manches leichten Herzens und auf manches aber nur schwer verzichten. Auf eines, oder besser gesagt auf einen, möchte ich unter keinen Umständen verzichten. Es ist der Herr Jesus Christus. Was bedeutete er mir in den Jahrzehnten meines Lebens bis heute! Was sagt der Psalmschreiber? "Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde" (Ps. 73, 25). Die persönliche Glaubensverbindung zu Ihm bringt Licht in unser Leben. Ein Licht, welches auch in schwerster Krankheit und in den Herausforderungen des Lebens nicht verlischt.

Nochmals zu unserem Urlaub. Wie haben wir uns geholfen? - Früh, oft schon sehr zeitig, ging es heraus aus der Kellerwohnung in die Berge, in die Sonne, in das Licht. - Wer will denn in der Finsternis bleiben?!

In diesem Sinne will uns unser Monatsspruch fragen: Wer will den ohne Jesus bleiben? Nein, das wollen wir nicht. Darum heraus ans der glaubenslosen Kellerwohnung unseres Lebens, zu ganzer Verbindlichkeit mit dem Herrn Jesus Christus, der unser Leben licht und hell macht.

Werner Oberlein
Falkensteiner Anzeiger, 31.01.2002