Freiheit

Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.

1. Korinther 3, 17

Wenn Sie dieses Wort lesen, liegen die Tage von "Kirche im Zelt" schon wieder hinter uns. "Kirche im Zelt" ist also schon Geschichte. Aber, und das hoffe nicht nur ich, es ist eine Geschichte, die sich nachhaltig im Leben mancher Menschen - und vielleicht sind auch Sie dabei - auswirkt. Sie werden auf jeden Fall noch lange an diese Tage zurückdenken, wenn Sie in diesen Tagen etwas von der wunderbaren Kraft der Verkündigung erfahren haben, mehr noch, wenn sie selbst dem lebendigen Gott begegnen durften. Es ist wahrhaftig eine wunderbare Sache, Jesus Christus als den Herrn über das eigene Leben zu wissen. Warum diese Aussage? Weil sie durch den Monatsspruch erst recht bestätigt wird. Ein Paulus, der sich in seinem früheren Leben als bekennender Jude rechtschaffen mühte, moralisch und gesetzestreu zu leben und darüber zu einem Fanatiker wurde, der nur noch vom Verlangen getrieben wurde, seine Erkenntnis durchzusetzen, hat diese Freiheit in Christus erfahren, zu der nun seit Jahrhunderten immer wieder eingeladen wird.

Was ist das für eine Freiheit, zu der jeder gelangen kann, der an Jesus Christus glaubt? Um sofort ein Missverständnis zu beseitigen, es ist keineswegs eine Haltung, in der jeder tun und lassen kann was er will. Solch eine verstandene Freiheit führt letztlich ins Chaos und in Anarchie, wie es uns die französische Revolution am Ausgang des 18, Jahrhunderts nachdrücklich vor Augen führt.

Die erste Frage ist also, wovon werde ich befreit durch meinen Glauben an Jesus Christus? Antwort: Ich werde befreit von dem Zwang, mein Leben selbst in die Hand nehmen zu müssen, es auf Teufel komm raus, gegen andere Interessen durchzusetzen und bei allem was ich denke und tue, um das eigene Ich kreisen zu müssen. Im Wissen, dass mein Leben meinem Herrn gehört, kann ich gelassener damit umgehen und auch in Krisensituationen, die zu einer Existenzfrage werden können, gelassener reagieren. Die zweite Frage erscheint ebenso wichtig. Wozu werde ich befreit? Eine lapidare Antwort, die doch so inhaltsreich ist: Ich werde zur Liebe befreit. Und wo die Liebe das Leben regiert, hält auch die Freude Einzug. Ich wünsche Ihnen eine solche Freiheit für Ihr Leben.

Ihr Pastor Volker Schädlich
Evangelisch-methodistische Kirche Falkenstein
Falkensteiner Anzeiger, 01.10.2004