Der Tag, an dem Gott sein Urteil spricht

Hin und wieder hört man die Frage: "Wenn es denn einen GOTT gibt, wie kann er dann das ganze Elend auf der Erde zulassen?" Natürlich sind solche und ähnliche Fragen zu verstehen, zumal wenn jemand selbst großes Leid erfährt. Wir werden diese Fragen letztlich nicht klären können, obwohl manches Biblische dazu zu sagen wäre. Aber ich möchte die Frage heute einmal anders herum stellen: Wie lange wird Gott dem Treiben der Menschen zusehen, die ihn als den Schöpfer, Erlöser und Vollender dieser Welt missachten? Die Bibel spricht an ganz vielen Stellen und in vielfacher Weise darüber, dass Gott einmal Gericht halten wird. Und das ist nicht nur irgendeine Drohgebärde, ein pädagogisches Stilmittel der Bibel, damit wir ja schön "spuren", sondern sie spricht von einem ganz reellen Tag, der kommen wird. An diesem Tag werden alle Unklarheiten über Gott und die Welt für jeden aufgedeckt werden. An diesem Tag wird alles anders werden. An diesem Tag werden der Welt die Augen aufgehen und jeder wird erkennen, wer der Herr dieser Welt ist und wie er unser Leben beurteilt. Das Problem ist nur, dass wir von diesem Tag an keine Entscheidungsfreiheit mehr haben, uns für ihn und seinen Lebensentwurf zu entscheiden. Diese Chance haben wir jetzt bis dieser Tag kommen wird, bzw. solange wir leben und uns entscheiden können.

Von diesem Tag des Urteils Gottes über uns ganz persönlich ist in dem Spruch des Monates Dezember die Rede. Allerdings ist das nur die zweite Hälfte des Urteilsspruches Gottes:

Gott spricht:

"Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung."

Maleachi 3,20

Mit dieser Aussage über den "Tag des Herrn" schließt das Alte Testament. Es wird zwei Möglichkeiten geben, wie Gott an diesem Tag urteilen und dieses Urteil in Kraft setzen wird: Da ist von denen die Rede, die Gott abgelehnt haben, die praktisch und theoretisch ohne ihn gelebt haben. Was mit denen passiert, können sie in diesem Kapitel nachlesen. Ich möchte Sie allerdings einladen, ihr Leben vor Gott zu klären, damit dieser zweite Teil, der in diesem Monatsspruch herausleuchtet, für Sie zur Anwendung kommt. "Für euch aber -" im Gegensatz zu den anderen, wird die "Sonne der Gerechtigkeit" aufgehen. Gemeint ist damit, dass Gott für alle sichtbar und erlebbar, seine Gerechtigkeit, von der in der Bibel so viele Male die Rede ist, aufstrahlen wird. Und alle werden es erkennen (müssen): Gott ist gerecht. Und alle unsere menschlichen Gerechtigkeitsvorstellungen werden wie Wachs in der Sonne zergehen. Und da ist nun von Menschen die Rede, die an dem Tag des Gerichtes, den übrigens jeder Mensch erleben wird, die Sonne in ihrem Herzen aufgehen wird. Und was sind das für Menschen? Hier in diesem Vers steht: "- die ihr meinen Namen fürchtet". Die Rede ist von Menschen, die in der Ehrfurcht vor Gott, in einem ganz persönlichen Verhältnis zu Gott gelebt haben.

Und dazu möchte ich Sie einladen. Die kommende Weihnachtszeit macht es unwiderruflich deutlich: Gott schickt seinen Sohn Jesus auf die Erde, um zu zeigen was Gerechtigkeit ist. Und jeder, der Jesus in sein ganz persönliches Leben aufnimmt, wird gerettet werden, weil er durch Jesus gerecht gemacht worden ist. Jesus ist die "Sonne der Gerechtigkeit". Und wenn wir Jesus in uns wohnen lassen, geschieht Heilung. Was könnte uns Besseres passieren? In diesem Sinne wünsch ich Ihnen, dass ihnen die Sonne aufgeht.

Pfarrer Volkmar Körner
Falkensteiner Anzeiger, 2005