Ich will euch trösten

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Jesaja 66,13

Wer von uns kennt sie nicht die Situationen, in denen die Kinder mit Tränen in den Augen zur Mutter oder zum Vater gelaufen kommen. Sie sind hingefallen oder irgendetwas Trauriges ist passiert. In den Armen der Mutter oder des Vaters wird es dann bald wieder besser.

Nun ist aber die Realität doch die, dass nicht nur Kinder Trost brauchen. Das Problem scheint nur das zu sein, dass wir Erwachsenen meinen, schon irgendwie selbst damit klar zu kommen. Das Ergebnis ist dann leider das, dass wir entweder hart werden zu uns selber und den Menschen um uns herum, oder wir werden seelisch krank. Wir haben es wahrscheinlich viel mehr mit solchen Menschen zu tun, als wir das annehmen oder uns bewusst machen.

Ich möchte Ihnen dieses Bibelwort für den Monat Dezember ans Herz legen. Dieser Vers ist eine ungeahnte Fundgrube für verletzte Menschen an Leib, Seele und Geist.

Als erstes sollte jeder von Ihnen wissen „Gott will trösten!“ Es ist sein großer Wunsch, uns ganz persönlich an sein Herz zu nehmen, wie eben eine Mutter mit ihrem Kind. Wir sind Gott viel mehr wert als wir das im Normalfall glauben. Er hat jeden einzelnen von Ihnen gewollt. Jeder von uns ist ein nicht wieder vorkommendes Einzelgeschöpf Gottes. Die Liebe Gottes gilt jedem von uns. Gerade das Weihnachtsfest macht das unnachahmlich deutlich. Gott verlässt seine Herrlichkeit im Himmel und kommt als wehrloses Kind in einen Viehstall. Er kommt zu uns Menschen auf die unterste Ebene, eben dorthin wo Menschen Trost brauchen. Die Hirten – eine der damals untersten Schichten der Gesellschaft – waren die ersten, die Gott darüber informierte. Wenn wir das Leben Jesu betrachten, wie es uns das Neue Testament beschreibt, dann liegen Jesus die Menschen am nächsten, die Hilfe und Trost nötig hatten. Gott will trösten, das ist sein großer Wunsch für Sie.

Aber wir sollten als zweites wissen, dass unsere Aufgabe dabei ist, zu ihm hinzugehen. Jesus sagte einmal „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Das zu ihm hingehen, nimmt uns Jesus nicht ab. Er traut Ihnen das zu, dass Sie erkennbare Schritte zu ihm hin tun können. Das ist z. B. das Gebet oder der Weg zu jemand hin, der Ihnen im Auftrag Jesus seine Hände auflegt und Sie segnet. Möglichkeiten dazu gibt es immer. Aber kommen muss jeder einzelne selbst.

Ich wünsch Ihnen, dass Sie von Gott getröstet werden, dass Sie erquickt werden wie das nur bei Gott möglich ist. Die Adventszeit ist eine gute Zeit dafür.

Pfarrer Volkmar Körner
Falkensteiner Anzeiger, 27.11.2008