Für ihn ist nichts unmöglich - Gedanken zur Jahreslosung 2009

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Lukas 18,27

Ein neues Jahr beginnt: 2009. Was ist die Hauptsache für Sie in diesem neuen Jahr? Gesundheit? Arbeit? Frieden? Finanzielles Auskommen? Diese Dinge sind wichtig. Wir brauchen sie zum Leben. Doch wer sie zur Lebensmitte macht, begibt sich auf brüchiges Eis. Der verliert bei jeder Krankheit, jeder Arbeitslosigkeit und jedem Streit den Boden unter den Füßen. Gibt es keinen anderen Halt?

Es gibt einen Halt, der hält: Gott. Doch viele Menschen klammern sich an das, was sie sehen. „Eine andere Realität gibt es nicht“, meinen sie. Sie erwarten nichts von Gott. Sie erwarten alles von Menschen. Sie sprechen beispielsweise von den Göttern im weißen Kittel. Dazu sagte einmal ein Berliner Arzt: „Ich kann nur das Kranke im Körper bekämpfen. Heilen – das kann ich nicht.“ So geschehen an jedem Tag tausende Wunder in Deutschlands Krankenhäusern – und die wenigsten denken dabei an Gott. Andere Leute erwarten alles von ihrem Besitz. Und wenn ein japanischer Autohersteller mit dem Satz wirbt: „Nichts ist unmöglich ...“ – dann nimmt man das hin, obwohl kein Auto Wunder tut. Es gibt einen Halt, der hält: Das ist der lebendige Gott. Er ist die einzige Lebensmitte, die nicht bricht.

Es gibt eine Wirklichkeit, die wirkt: Unablässig ist Gott am Handeln. Nur kann das der Mensch nicht glauben. Sehen wir uns die Großen der Bibel an: Auch sie konnten es nicht glauben. Sarah, Abrahams Frau, lacht, als sie erfährt, dass sie in ihrem Alter noch ein Kind zur Welt bringen soll. Ein Jahr später ist der kleine Sohn da, Isaak: „Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“ Maria zweifelt, als sie davon erfährt, dass sie als Jungfrau Jesus zur Welt bringen soll. Ihre Schwangerschaft lehrt sie: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ Und die Jünger fragen sich, ob ein Reicher überhaupt in den Himmel kommen kann. Denn wer Besitz hat, für den ist das Hab und Gut ganz schnell die Lebensmitte. Vor Gott hilft kein Besitz. Jesus sagt: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme.“ Reiche haben keine Chance. Doch dann sagt Jesus weiter: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Es ist ein Wunder, wenn ein Mensch sich von seinem Besitz lösen kann; wenn er beginnt, Gott ganz zu vertrauen; wenn er seinen Besitz einsetzt für Gott und den Nächsten. Da ist Gott schon bei ihm am Handeln. Gott ist wirklich. Er wirkt. Er handelt an der Sarah. Er handelt an der Maria. Er handelt an Dir. Unablässig ist Gott am Handeln.

Es gibt eine Liebe, die uns nicht abschreibt. Eine alte Sitte, jemanden bei Gericht zu verurteilen, sah so aus: Der Name der Person wurde in den Sand geschrieben. Zweimal, berichtet die Bibel, schrieb Jesus in den Sand: Eine Ehebrecherin wird zu ihm geführt. Er soll sie verurteilen zur Steinigung. Jesus schrieb in den Sand – vielleicht ihren Namen. Dann sagt er zu den Verklägern: „Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Dann schreibt Jesus das zweite Mal in den Sand – vielleicht die Namen der Kläger. Der Schuld nach sind wir alle bei Gott abgeschrieben. So ist wohl die Geste Jesu zu verstehen. Doch der Liebe nach will uns Jesus einschreiben in das Buch des Lebens. Dieser Liebe sollten wir vertrauen. Jesus sollten wir vertrauen. Dann werden wir erfahren: Für ihn ist nichts unmöglich.

Gott segne Sie im Jahr 2009!

Pfarrer z.A. Jörg Grundmann
Falkensteiner Anzeiger, 18.12.2009