Ich fürchte, wenn ich mich bekehre, wirft Gott alle meine Pläne um.

So sagte es einmal ein junger Mann einem Pfarrer. Er sprach es aus, was wohl ganz viele Menschen in ihrem Herzen denken. Ich frage mich, warum wohl so viele Menschen denken, dass Gott von dem Moment an, wo wir unser Leben in seine Hand geben, unsere Lebensziele und Gewohnheiten über den Haufen wirft. Ganz viele Menschen machen Gott für alles Negative in ihrem Leben verantwortlich, alles Positive hingegen haben sie sich selber erworben. Was für ein Trugschluss! Wenn wir Menschen es sehen könnten, mit wie viel Gutem Gott uns beschenken will, und besonders dort, wo wir uns zu ihm hinwenden, jeder von uns – auch Sie lieber Leser dieses Artikels – würden sich auf der Stelle bekehren. Weil jeder Mensch Gott ungeheuer viel Wert ist, deshalb versucht er uns das hin und wieder mitzuteilen. Der Bibelvers für den Monat Juli ist so ein Versuch Gottes, uns darauf hinzuweisen. Der Vers steht im alten Testament bei dem Propheten Hosea (Hosea 12,7):

So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott.

Der Prophet hatte im Auftrag Gottes seinem Volk ein paar wichtige Dinge zu sagen. Sie waren drauf und dran, sich von Gott abzunabeln, und damit in die Bedeutungslosigkeit abzusinken. Das Volk Gottes von damals war auf dem besten Wege, sich von einem Unheil in das andere zu stürzen. Und Hosea war ja dabei nicht der erste, der solche etwas unbequemen Worte zu sagen hatte. Gott wird nicht müde, sein Volk zu sich zurück zu rufen. Was für eine Liebe muss er diesem Volk gegenüber haben, muss er Ihnen und mir gegenüber haben. Hosea erinnert sein Volk in den unmittelbaren Versen vor dem Monatsspruch an eine ganz bekannte Persönlichkeit des Volkes Israel, den Jakob. Hosea vergleicht einen Teil der Lebensgeschichte Jakobs mit dem jetzigen Zustand seines Volkes. Jakob war ein sehr schlauer Bursche, dem es ein Leichtes war, seinen Zwillingsbruder Esau um das Erstgeburtsrecht zu bringen. Später war er sogar so schlau, seinen eigenen Vater wegen dem Segen hinters Licht zu führen. Wir Menschen sind manchmal so schlau, dass wir uns selber das Bein stellen. Jakob musste damals auf Anraten seiner Mutter Rebekka fliehen. Sie sah er später nie wieder und sein Vater war ein sehr alter Mann geworden, als er ihm wieder begegnete. Er war auf der Flucht und musste manches Schwere im Leben durchmachen. Letztlich kämpfte er sogar gegen Gott und Gott ließ sich von ihm besiegen. Und so wie der vermeintlich schlaue Jakob, so sagt es Hosea, so verrennt ihr euch mit eurer Intelligenz und Halsstarrigkeit, Volk Israel. Aber, - und da kann ich nur staunen, Gott gibt nicht auf, weder bei Israel noch bei uns heute. „Kehrt um, bekehrt euch, kommt zu mir zurück, lasst euer Leben von mir verändern!“ In dem Gespräch des jungen Mannes beim Pfarrer, bei dem er seine Befürchtungen äußerte, sagte der Pfarrer: „Natürlich wird er das. Ich hoffe sogar, dass er es tut, weil Ihre Pläne im Vergleich zu seinen einfach langweilig und kleinkariert sind. Ihr Verstand ist begrenzt, Gott aber ist unendlich. Er hat Ihnen Ihr Leben gegeben, er allein weiß, warum Sie überhaupt auf dieser Erde sind. Und wenn Sie Ihr Leben in seine Hand geben, wenn Sie ihm erlauben, es zu führen, dann erst werden Sie begreifen, warum Sie auf diesem Planeten sind.“ Ich wünsche Ihnen als Folge des Lesens dieses Artikels den Wunsch, Gott Ihr Leben zu schenken. Sie werden es nicht bereuen. Gott wird sie so reich beschenken, wie Sie das kaum zu träumen wagten.

Pfarrer i.R. Volkmar Körner
Falkensteiner Anzeiger, 24.06.2010