Das Geschenk

Und der Engel sprach zu den Hirten: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“

Auszug aus der Weihnachtgeschichte, Lukas 2, 10-12

Liebe Leser, was haben Sie am HeiligAbend 1994 geschenkt bekommen? Wie bitte … Sie wissen das nicht mehr?! Trösten Sie sich – ich auch nicht! Ich kann mich noch nicht mal mehr daran erinnern, was ich letzte Weihnachten geschenkt bekommen habe. Und wenn Sie Anfang Februar Ihre Kinder oder Enkel fragen: Ich wette, daß sie sich an viele Geschenke auch nicht mehr erinnern können. Oder sie sind mittlerweile uninteressant geworden und es wäre längst Zeit für Geschenkenachschub. Ja, so kurzlebig sind unsere Geschenke. Wissen Sie noch, was der Menschheit am Heilig Abend im Jahre 0 (bzw. nach neueren Berechnungen im Jahre 7 „v. Chr.“) geschenkt wurde? Es war ein sehr langlebiges Geschenk, ein Geschenk, das seinen Wert nicht verliert, das man, wenn man es mal angenommen hat, nicht mehr vergessen kann, ein Geschenk, das die Welt verändert (hat) und bei dem Beschenkten auch das Leben verändert. Ja, es ist der Gottessohn Jesus Christus, der Erlöser der Welt und Retter der Menschen. Dieses Geschenk wurde uns nicht schön verpackt in buntem Weihnachtspapier überreicht, sondern eingewickelt in einfachen Windeln. Es liegt nicht in der Wohnstube unter dem Christbaum für uns bereit, sondern wurde uns in einem Viehstall in einer Futterkrippe gegeben. Es ist nicht dazu gedacht, daß wir uns die Weihnachtsfeiertage daran erfreuen um es einige Wochen danach im Schrank zu verstauen und dort zu vergessen. Dazu ist es zu wertvoll. Dieses Geschenk verändert unser Leben, wenn wir es annehmen und bei uns behalten. Es wird dich herausholen aus deiner Finsternis, oder aus deiner Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, oder aus deinen Süchten und Bindungen, oder aus deiner Verbitterung, deiner Hartherzigkeit, in der du nicht vergeben kannst, oder deiner Selbstgerechtigkeit, die du wie ein Schutzschild vor dir her trägst, oder … Dieses „Geschenk“ weiß, wo du bist, wie es dir geht und was du brauchst, um frei und erlöst zu werden. Es wird dein Herz mit Freude und Frieden erfüllen. Und es schenkt dir nach deinem Tode die Auferstehung und das ewige Leben. Das findest du nirgends sonst. Hast du es schon angenommen? Ja? Dann freue dich und halte es fest! Oder Nein? Dann weise es dieses Jahr nicht wieder zurück! Laß es dir zu Weihnachten schenken und halte es fest! Du wirst es nicht bereuen. Es ist „langlebig“, genauer: ewig und gibt dir ewiges Leben.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen Pfr. Eckehard Graubner
Falkensteiner Anzeiger, 23.12.2010