Gott heilt

Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

Psalm 147,3

Letztens sprach ich mit einer Frau. Sie sagte: „Mein Mann muss morgen ins Krankenhaus zu einer Schmerztherapie. Er hat große Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, worunter er sehr leidet. Eine Operation ist nicht möglich.“ Ich versprach ihr, dass wir mit dafür beten werden. Wie gut, dass wir alle Nöte vor Gott, im Gebet, aussprechen dürfen. Unser Monatsspruch ermutigt uns dazu. Er zeigt uns etwas von Gottes umfangreicher und liebevoller Hilfe, an Leib und Seele.

Zerbrochene Herzen! Leute mit äußeren Verletzungen und sichtbaren Krankheiten finden oft viel Anteilnahme und Verständnis in ihrer Umwelt. Nicht immer erleben das Menschen mit einem zerschlagenen Herzen. Da gibt es Trauernde und Alleinstehende, einsame Menschen, denen die Last des Lebens zu schwer wird. Da sind Menschen, die unter ihren Fehlentscheidungen und unter ihrer Schuld leiden. – Vielleicht ahnen wir nicht, wie groß die Zahl dieser Leidenden ist und wie oft wir schon an ihnen vorüber gegangen sind.

Hören wir doch heute ganz neu das Angebot der Hilfe Gottes! Vielleicht trifft es uns selbst, vielleicht sollen wir es weitersagen. Unser Monatsspruch ist nicht die einzige Verheißung, der Zuwendung Gottes, für Menschen mit einem zerbrochenen Herzen. Auch in Psalm 34,19 wird noch einmal betont: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.“

Es gilt auch zu beachten, dass Gottes Hilfeleistung nicht in der Vergangenheitsform beschrieben ist: Gott heilte die zerbrochenen Herzen… Vielleicht damals, in längst vergangenen Zeiten. Als einst Israel aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrte und sie ihr verwüstetes Land und den zerstörten Tempel in Jerusalem sahen. Nein! Gottes Wort sagt: Er heilt zerbrochene Herzen und verbindet Wunden, auch heute und jetzt im Jahr 2012! – Die bildhafte Formulierung vom „Verbinden“, in unserem Monatsspruch, sollten wir nicht überlesen. Durch Verbinden wird Hilfe eingeleitet! Es ist ein Zeichen der Anteilnahme und Zuwendung.

Ja, das sollen wir wissen: Gott nimmt Anteil an unseren Verletzungen. Oft will er uns auch in den Heilungsprozess mit einbeziehen. Vielleicht gilt es Schuld zu bekennen, die wir schon lange mit uns herumschleppen. Hören wir doch, wie Gottes Wort uns zuruft: „...bei ihm (Gott) ist viel Vergebung.“ (Jesaja 55,7) - Oder belastet Groll unser Herz? Groll gegen Menschen, die irgendwann an uns schuldig wurden. Auch das kann tiefe Wunden verursachen. Da höre ich Gottes Wort sprechen: „Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Epheser 4,32)

Bei allen Gedanken zum Monatsspruch wollen wir eine Erfahrung des Alltags nicht übersehen: Ein Arzt kann uns nur helfen, wenn wir mit unseren gesundheitlichen Problemen zu ihm kommen. – So ist es auch bei Gott. Er kann unsere zerbrochenen Herzen nur heilen und unsere Wu ndennur verbinden, wenn wir uns im gläubigen Gebet ihm anvertrauen.

Werner Oberlein
Falkensteiner Anzeiger, 26.07.2012