Ich schäme mich des Evangeliums nicht

Ich schäme mich des Evangeliums nicht. Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.

Römer 1,16

„“

Der Apostel Paulus hat einen großen Wunsch: Eine Reise nach Rom. Aber dabei ging es dem Apostel weniger um die Reise dorthin, auch nicht so sehr um die Stadt, so interessant das alles für ihn gewesen sein mag. Nein, es ging ihm um die Menschen dort, noch genauer um die Christen dort. Nun war ja Rom zur damaligen Zeit nicht in erster Linie Touristenmagnet, sondern Dreh- und Angelpunkt des römischen Reiches, Kultur- und Machtzentrum des damaligen Weltreiches. Und da hatten die Christen, die es damals dort gab, nicht gerade den allerbesten Stand. Kaiser Nero ließ Jahre später die Stadt anzünden, um es dann den Christen in die Schuhe zu schieben. In manchen islamischen oder auch kommunistischen Ländern leben die Christen auch heute in solchen gefährlichen Situationen.

Und genau dorthin wollte Paulus, um diesen Christen dort nahe zu sein, um sie zu stärken und trösten.

Und in diesem Zusammenhang schreibt er an die Christen, sozusagen als Vorbereitung auf sein Kommen, diesen Brief und diese beiden Sätze.

Auch wenn sein Besuch in Rom für ihn höchst gefährlich werden könnte: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Ich zucke innerlich etwas zusammen und weiß - da gab es durchaus viel harmlosere Gelegenheiten in meinem Leben - und ich habe mich geschämt, klare Stellung für Jesus zu beziehen. Und dabei habe ich den Grund, den Paulus hier für sein Nicht- Schämen aufführt, doch auch schon viele Male erleben dürfen. Ich habe es miterleben dürfen, wie Jugendliche und Erwachsene z.B. aus familiären Krisenzeiten oder aus Krankheitszeiten durch die Kraft Gottes herausgerettet wurden.

Da schreibt Paulus von der „Kraft Gottes, die jeden rettet“. Das ist ja für sehr viele etwas total Anstößiges. Wieso hat denn jeder es nötig, gerettet zu werden? Das ist ein Grundthema der Bibel, dass wir es alle nötig haben, uns retten zu lassen. Vor ein paar Tagen war das ja das Generalthema: „Christ, der Retter ist da!“ Bei der Weitergabe dieser geistlichen Realität kann es durchaus zu Konflikten im menschlichen Miteinander geben. Das war bei Paulus damals so und das kann heute genauso passieren. Paulus nennt den Grund, warum er sich nicht schämt: Er ist der „Kraft Gottes“ begegnet. in der Sprache des Neuen Testamentes steht dort „dynamis“, wovon das Wort „Dynamit“ abgeleitet ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Kraft Gottes in Ihrem Leben erfahren und dadurch bereit werden, anderen davon weiter zu erzählen. Der Glaube, dass durch Jesus Rettung möglich ist in den kleinen und großen Krisenzeiten unseres Lebens, das ist mein Wunsch für Sie.

Ihr Pfarrer i.R. Volkmar Körner
Falkensteiner Anzeiger, 29.01.2015