Freundlich und mit Salz gewürzt!

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt!

Kolosser 4,6

„Übers Wetter lässt sich immer gut reden“, sagte mir neulich jemand. Und tatsächlich: Es ist immer ein guter Beginn für einen Small Talk – für ein kurzes freundliches Gespräch. Wenn wir aber nur beim Wetter stehen bleiben, dann hat das Gespräch keine nachhaltige Wirkung. Um die nachhaltige Wirkung unserer Rede geht es aber in unserem Monatsspruch. „Allezeit freundlich“ und „mit Salz gewürzt“ soll unser Reden sein. Das ist gar nicht so einfach, „allezeit freundlich“ zu bleiben. Heißt das, immer nett zu sein? Wenn Eltern oder Lehrer immer nur nett sind, kann das auch zum Schaden der Schüler sein. Der Schlüssel, dieses Wort des Paulus richtig zu verstehen, ist das „Salz“. Salz hat eine doppelte Funktion: es würzt und es konserviert. Es gibt der Speise Geschmack und macht sie haltbar, damit sie kein „Geschmäckle“ bekommt. Solches Salz soll unsere Rede enthalten. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!“ (Markus 9,50) Salz soll immer dabei sein. Und im Alten Testament erfahren wir, dass alle Opfer, die Israel an der Stiftshütte oder im Tempel darbrachte, „niemals ohne Salz des Bundes deines Gottes“ (3. Mose 2,13) sein sollen. Salz hat mit dem Bund zu tun, in dem wir mit Gott stehen. Diesen Bund hat Jesus für uns gemacht. Unsere Rede soll also immer deutlich machen, dass wir im Bund mit Gott stehen. Fluchen und übles Nachreden verträgt sich damit nicht. Sie geben dem Reden „Geschmäckle“. Aber Gott zu bekennen und den Namen Jesus zu nennen, verträgt sich damit. Das ist „Salz“.

Der Pfarrer Wilhelm Busch erzählt von einem kleinen Erlebnis: Er geht in Essen durch die Stadt, da sieht er zwei Bergleute stehen. Der eine grüßt ihn: „Guten Tag, Herr Pastor!“ Er tritt zu ihm: „Kennen wir uns?“ Da lacht der und erklärt seinem Kumpel: „Das ist der Pastor Busch! Ein ganz ordentlicher Junge! „Danke!“, erwidert Wilhelm Buch. Der andere fährt fort:“ Nur – er hat leider einen Vogel!“ „Was habe ich? Einen Vogel? Wieso habe ich einen Vogel?“, empört sich der Pastor. Der Bergmann sagt: „Er ist wirklich ein ganz ordentlicher Junge! Nur: er spricht immer wieder von Jesus!“ „Mann!“ ruft Wilhelm Busch erfreut: „Das ist kein Vogel! In hundert Jahren sind sie in der Ewigkeit. Dann hängt alles daran, ob sie Jesus kennengelernt haben. An ihm entscheidet sich, ob sie in der Hölle oder im Himmel sind. Kennen Sie Jesus?“ „Siehst Du“, wendet er sich an seinen Kumpel, „jetzt fängt der schon wieder an.“ Ja, so kann ein Pastor mit Bergleuten reden. Vielleicht können wir manchmal auch so mit unseren Nächsten reden. In jedem Fall aber sollten sie an unserem Reden merken, dass wir Jesus kennen. Wie hat Jesus mit den Menschen gesprochen: Seine Worte waren freundlich und gütig, aber auch bestimmt und klar. Seine Rede hat Wirkung bis heute.

Herr Jesus Christus, du bist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Das war auch der Inhalt deiner Rede. Lass auch unser Reden von dir, unserem Retter, bestimmt sein. AMEN.

Ihr Pfr. Jörg Grundmann
Falkensteiner Anzeiger, 27.04.2017