Vom Aprilscherz zum strahlenden Osterglauben

In diesem Jahr fällt Ostern auf den 1. April. Das wird manchen kritischen Zeitgenossen ganz recht sein. Denn vielen modern denkenden Menschen (damals wie heute) ist das ja sowieso suspekt mit der Auferstehung Jesu. Aber genau das ist der entscheidende Punkt, der Dreh- und Angelpunkt der Weltgeschichte und der Geschichte unseres Glaubens. Eben weil Jesus auferstanden ist aus dem Grab, ist er der Herr geworden über alle Mächte und Gewalten dieser Welt. Jesus ist also nicht nur eine historische Person (die er auch war), sondern er ist eben weil er auferstanden ist Herr aller Herren und wird es für immer bleiben. Woher ich das weiß und was mich da so sicher macht? Der Bibelvers für den Monat April kann einem ernstlich Fragenden entscheidende Hilfen geben.

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Johannes 2.21

Wie Jesus in mir einen strahlenden Osterglauben machen kann, zeigen mir zwei wichtige Entdeckungen in diesem Vers. Die erste Entdeckung ist das Wort „euch“, was hier gleich zweimal vorkommt. Dass ich Jesus erlebe als Auferstandenen, dazu brauche ich die anderen, sprich Gemeinde. Anders ausgedrückt: Nur in einer intakten Verbindung zu Gemeinde werde ich diese Erfahrung machen. Auf mich allein gestellt, bin ich nicht in der Lage, Jesus konkret zu erleben. Der Stolz „Ich krieg mein Leben schon allein auf die Reihe.“, wird mich immer Zeit meines Lebens daran hindern, ein intaktes Leben in der Gemeinde zu leben. Deshalb legt Jesus so viel Wert auf Demut, auf das ein- und unterordnen zu den Geschwistern. Also: Um Jesus als den Auferstandenen zu begegnen, um das strahlende Osterleben zu bekommen, brauch ich Gemeinde. Die zweite Entdeckung in diesem Vers ist der klare und eindeutige Auftrag Jesu an alle seine Nachfolger: „Von jetzt an seid ihr meine Zeugen.“ Das ist der größte und herrlichste Auftrag, den je Menschen bekommen können. Nicht nur, dass die Menschen in meinem Umfeld diese Nachricht brauchen, um Jesus kennen zu lernen. Nein vielmehr ich brauche diese Beauftragung und damit mein Einverständnis, Zeuge für Jesus zu sein. Denn dabei werde ich merken, wie sehr ich Gemeinde brauche und damit eine lebendige Beziehung zu Jesus.

Ohne das „euch“ und ohne meine Einwilligung, mich gebrauchen zu lassen, bleibt mein Leben farblos und langweilig.

Ich wünsche jedem Leser eine österliche Begegnung mit Jesus.

Pfarrer i.R. Volkmar Körner
Falkensteiner Anzeiger, 29.03.2018