Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht

Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.

Jesaja 7,9

Diesen kurzen, politisch hoch brisanten Satz rief der Prophet Jesaja mutig und unerschrocken den Topregenten des Volkes Israel vor ca. 2730 Jahren zu. Er wurde nicht müde das Volk und zuerst den Regierenden seiner Zeit an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu erinnern. Der ungeteilte Glaube an diesen lebendigen Gott geriet in Vergessenheit. Man war drauf und dran, die Wurzel, aus der man bisher Halt, Stärke und Segen bezog, zu kappen. Götzen und Gottheiten der Nachbarvölker wurden zunehmend auch im bisher reich gesegneten und gelobten Land Israel verehrt. So warf man pö a pö die eigene Kultur über Bord und erwartete Wohlstand und Sicherheit aus der Verehrung der Götter und Götzen anderer Kulturen - heute würde man sagen anderer Religionen und Ideologien. Man verachtete deswegen Jesaja und seine den Zeitgeist kritisierenden Reden und verwarf sie als „politisch inkorrekt“. Das Verrückte ist: Wer sich in der weiteren Geschichte Israels etwas auskennt, weiß, dass es genau dazu kam, wovor der Prophet warnte. Das Volk Israel wurde zwischen den Machtblöcken der anderen Kulturen zerrieben und auf grausamste Weise 70 Jahre in die babylonische Gefangenschaft verbannt. Israel hörte tatsächlich auf zu existieren - wie prophezeit, allerdings erst ca. 100 Jahre später! Vor genau 18 Jahren verwies der damalige CDU-Politiker Friedrich Merz auf unsere abendländischen Wurzeln, die in einer „Christlichen Leitkultur“ begründet liegen. Diese gelte es zu bewahren und zu bedenken, wenn es Deutschland auch in Zukunft gut gehen soll. Er wurde ausgepfiffen und musste schließlich, politisch gesehen, seinen Hut nehmen. Auch hier kam nun, was kommen musste: Das westliche Europa bangt heute um seine Identität und Kultur. Spätestens seit 2015 ist dieses Thema allgegenwärtig und führt zu heißen Diskussionen in unendlich vielen Talkrunden und politischen Auseinandersetzungen. Die Islamisierung Deutschlands und Europas wabert als Schreckgespenst durch alle nur erdenklichen Medien.

Man kann ja dazu stehen, wie man will. Eines steht fest: Multikulti ist im praktischen Leben nicht nur sehr anstrengend, sondern nach meinem Empfinden unmöglich. Letztlich setzt sich eh der Stärkere durch und das ist in der Regel der zu Gewalt Bereite. Man braucht nur aufmerksam die Ereignisse in der Welt zu beobachten.

Glaubt ihr nicht so bleibt ihr nicht ist eine ernste Mahnung in allen Zeiten an alle Menschen, den lebendigen Gott und somit den Herrn aller Herren nicht aus den Verfassungen eines Staates und den Hausordnungen eines jeden Privathaushaltes zu streichen. Man kann das ja tun, wird aber dann eben auch die Früchte dafür ernten. Mahner gibt es auch heute genug.

Der ehemalige Nachrichtensprecher und ZDF-Reporter Peter Hahne warnte schon 2009 in seinem Bestseller „Schluss mit lustig“ klar und deutlich davor, die christlichen Wurzeln zu kappen, auf denen unser gesamtes westliches Wertsystem basiert und zeigte die Folgen auf, wenn es doch geschehe. Der leider verstorbene Nahost-Experte und Korrespondent Peter Scholl-Latour sagte sinngemäß: „Er fürchte nicht so sehr das Erstarken des Islams, sondern vielmehr das schwächelnde Christentum“.

Und somit sagen uns die Mahner unserer Zeit nichts anderes als vor 2730 Jahren Jesaja: Glaubt ihr nicht so bleibt ihr nicht.

Der Gott der Bibel, wie er uns im Alten und Neuen Testament begegnet, führt keinen gewaltsamen heiligen Krieg gegen Ungläubige. Er gibt sich selbst in Jesus Christus für alle Menschen hin und lässt sein Leben für sie - auch für Ungläubige - damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. (Johannes 3,16) Wer es glaubt, wird selig!

gez. Gemeinschaftspastor des Auerbacher Gemeinschaftsbezirkes
Peter Tischendorf, Kottengrün
Falkensteiner Anzeiger, 26.04.2018