Gott wieder zuwenden, Ruhe finden

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.

1. Samuel 7, 3

Das ist das Lebensgefühl vieler Menschen: Jeder hat so wenig Zeit. Jeder hat mit sich selbst zu tun. Laut Umfrage einer Krankenkasse fühlt sich mehr als jeder zweite Erwachsene gestresst. Wo sind die Ursachen dafür zu suchen? Wo gibt es Hilfe?

Der Prophet Samuel lebt in einer Zeit, in der die Leute fremden Göttern dienten, „Herren“, wie sie sie nannten, Baale, und Astarten – Göttinnen der Weiblichkeit. Das waren Götter, die ihnen Schutz, Fruchtbarkeit und Reichtum versprachen. Körperkult war angesagt. Und gut war, was Schutz vor Unglück versprach. Heute leben wir in einer aufgeklärten Zeit: Scheinbar dient man keinen anderen Göttern mehr. Und doch zeigt der Stress, den jeder hat, dass wir uns nicht selbst gehören: Wir dienen doch anderen Dingen! Oft ist das Geld ausschlaggebend. Was tun wir nicht a lles,um mehr als genug Geld zu verdienen? Was tun wir, um Geld zu sparen? Dazu kommt der Körperkult, der manchmal auf die Spitze getrieben wird. Schönheitsoperationen sind ein wachsender Wirtschaftszweig. Und die Zeit vieler Menschen gehört den sozialen Medien: hier geht es um Selbstdarstellung und Unterhaltung. Das Herz ist zerrissen: Zu viele Dinge wollen es in Beschlag nehmen. Wir finden keine Ruhe.

Samuel sagt: „Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem HERRN bekehren wollt, so tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein“. Wenn wir wirklich Ruhe und Frieden finden wollen, kann unser Herz nicht 1000 verschiedenen Dingen dienen. Wir müssen es ganz Gott zuwenden. Dazu gehört es, die 1000 anderen Sorgen, die ich mir mache, in Gottes Hand zu geben: Ihm zu vertrauen. Ihm zu danken für seine Fürsorge, die er mir an jedem Tag schenkt. Ihm zu sagen, dass mein Leben ihm gehören soll. Ihm dienen zu wollen.

Allerdings muss ich zugeben: das gelingt mir nicht immer. Wenn ich mein Vertrauen auf Gott setzen will – und dann geht etwas schief auf Arbeit, gerate ich in Unruhe. Wenn ich mich ganz Gott zuwenden will – aber da reden die Leute über die neuesten Entwicklungen und Veränderungen, gerate ich in Unruhe. Wenn mein Leben Gott gehören soll – aber es faszinieren mich plötzlich andere Sachen, gerate ich in Unruhe und habe neue Ziele, die ich erreichen muss. Wo finde ich Frieden? Bei Gott. Und das ist das Tröstliche: Gott hat sich uns zuerst zugewandt in Jesus Christus, seinem Sohn. Er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11, 28-29) Bei Jesus können wir lernen, allein Gott zu vertrauen. Bei ihm können wir lernen, unser Herz allein von dem bestimmen zu lassen, was wirklich wichtig ist. Bei ihm finden wir zum Frieden. Wenn wir beginnen, in einer echten Beziehung mit Jesus zu leben, werden wir diesen Frieden erfahren. Dazu sind wir durch die Worte des Propheten Samuel eingeladen.

Herr Jesus Christus: ich danke dir, dass du dich mir zugewendet hast. Du bist für mich ans Kreuz gegangen. Du schenkst mir Vergebung und Frieden. Bitte komm in mein Herz und lass es ganz Dir gehören. AMEN.


Falkensteiner Anzeiger, 28.02.2019