Das Ziel fest im Blick

Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens.

Hebräer 12,1-2

Kinder beim Wettlauf

Wer in die Augen des kleinen Wettkämpfers auf der Titelseite unseres Gemeindebriefes schaut, erkennt: Hier hat einer begriffen, worum es im Leben geht. Es geht einzig und allein darum, gut und sicher zum Ziel zu kommen. Dabei will er seinen "Schatz" (Wasser im Eierbecher) wohlbehalten ans Ziel bringen.

Genau darum geht es in dem Bibelvers, der uns für den Monat Mai gegeben ist.

Wer schon einmal den Hebräerbrief im Neuen Testament gelesen hat, woraus dieser Satz (Kap. 12. 1+2) stammt, wird feststellen können, dass der Briefschreiber Menschen vor Augen hat, die in der Gefahr sind, im Glauben einzuschlafen oder entmutigt und hoffnungslos geworden sind. In diesem einen Satz fasst er nun sein Ermutigungskonzept zusammen. Und sein "Wettkampfprogramm" ist wohl heute aktueller denn je. Es gibt in unserer Gemeinde so viele, die irgendwann einmal diesen "Wettkampf" begonnen haben, aber im Laufe der Zeit müde geworden sind, weiter zu laufen - und noch wichtiger - weiter zu kämpfen. Wie viele von Ihnen, die diese Zeilen jetzt lesen, haben einmal sehr bewusst angefangen, im Glauben zu leben. Manche vielleicht bei ihrer Konfirmation oder Erwachsenentaufe; andere nach einem Glaubenskurs, den sie miterlebt haben oder in einer anderen Situation, in der sie Jesus versprochen haben, mit ihm zu leben, ihm treu zu sein. Durch die unterschiedlichsten Ereignisse und Lebensführungen ist das Verhältnis zum lebendigen Glauben an Jesus und damit das Leben in der Gemeinde in den Hintergrund geraten. In dieser Gefahr sind wir Menschen unser Leben lang. Das ist tatsächlich ein (Wett)Kampf. Das ist einmal ein Kampf gegenüber unserer eigenen Trägheit, zweitens ein Kampf gegenüber dem Zeitgeist (Das war nicht nur zur DDR-Zeit so, sondern ist heute genauso!) und das ist drittens ein Kampf gegenüber dem Gegenspieler Gottes, dem Teufel. Das ist sein größtes Anliegen, uns in diesem Laufen auf das große Ziel hin müde und träge zu machen. Er weiß, dass er mit müden Christen leichtes Spiel hat. Von diesem Hintergrund aus gesehen, möchte ich Sie alle ermutigen, den Wettkampf des Glaubens neu aufzunehmen. Nur wer klar und eindeutig auf dem Weg zum Ziel ist, kommt auch dort an. Und was hält uns fest auf diesem Weg zum Ziel? Der Blick auf Jesus. Und der Blick auf Jesus, das können wir wieder auf unserem Foto sehr deutlich erkennen, gelingt uns am besten in der Gemeinschaft mit all denen, die mit uns unterwegs sind, die uns anfeuern oder korrigieren, mit denen wir feiern oder auch in einer Niederlage traurig sind. Wir brauchen uns gegenseitig. Wenn wir allein in diesem Kampf bleiben, werden wir ganz schnell entmutigt und auf der Nase liegen bleiben. Machen Sie einen neuen Start mit Jesus und hin zu Jesus. Und teilen Sie jemand aus der "Rennleitung" von Ihrem neuen Entschluß mit. Das wird Sie nochmals ermutigen und stärken, den wichtigsten Wettkampf Ihres Lebens zum Ziel zu bringen. Und sehen Sie, was das gemeinsame Laufen für Spaß macht?!

Ihr Pfarrer Volkmar Körner