Na dann, gute Nacht!

Na dann, gute Nacht! So sagen wir manchmal, wenn wir nicht wissen, wie es weiter geht. Wenn die Wege immer enger werden und wir in Bedrängnis sind. Na dann, gute Nacht! Es kann nur noch schlimmer kommen. Das Licht geht aus!

Viele blicken mit sorgenvoller Stimmung in das neue Jahr. Werde ich finanziell über die Runden kommen? Wird mein Arbeitsplatz am Ende des Jahres noch bestehen? Werden meine Kinder einen Ausbildungsplatz finden? Wird dieses Silvester das letzte in meiner jetzigen Wohnung sein, weil ich mir im nächsten Jahr eine kleinere suchen muss? Oft ist es freilich so, dass die Ängste und Sorgen. die uns umtreiben, unklar und von einem Nebelschleier umgeben sind. Wir können das, was uns Angst bereitet, gar nicht immer konkret benennen. Vieles schwirrt uns dann durch den Kopf, ohne dass wir es wirklich ordnen können. Ich möchte Ihnen darum gern zwei Gedankenanstöße geben:

1. Versuchen Sie doch einmal konkret zu formulieren, was Sie für das kommende Jahr erwarten. Sie werden merken, es ist nicht nur Furchteinflößendes dabei. Sie werden viele Möglichkeiten haben. Sie werden Dinge erblicken, auf die Sie sich freuen. Und was die schlechten Aussichten betrifft: je konkreter Sie diese Punkte benennen, desto leichter werden Sie auch Lösungsmöglichkeiten entdecken.

2. Sie können nicht alles selbst tragen. Versuchen Sie darum, sich Lasten abnehmen zu lassen. Der Monatsspruch für den Monat Januar weist uns dazu einen Weg:

In Frieden leg ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen.

Psalm 4,9

Lassen Sie sich Lasten abnehmen, denn dazu steht Gott längst bereit. Er allein kann uns helfen, dass wir im Inneren zum Frieden finden. Sorglosigkeit hat weniger mit den äußeren Umständen zu tun, sondern sie ist eine Gabe Gottes an die, die ihm vertrauen. Sie ist nicht zu verwechseln mit Lässigkeit, vielmehr will sie uns gerade aktivieren zu engagiertem Handeln. Denn wer sich getragen und behütet weiß, der kann auch schwere Lasten schultern. Nicht dauerhaft, denn dann erdrücken sie uns. Nein, an jedem Abend dürfen wir sie ablegen. So erhält die eingangs zitierte Redewendung einen ganz positiven Klang: Na dann, gute Nacht!

Mit den besten Segenswünschen für das neue Jahr grüßt Sie Ihr

Pfarrer z.A. Dr. Thomas Knittel




Gethsemane

GETHSEMANE - eine Collage zur Jahreslosung 2005

Zwika, unser Reiseleiter in Israel, verglich den Ölbaum im Garten Gethsemane einmal mit dem Glauben. Den alten knochigen Stamm sah er als den Glauben des Jüdischen Volkes und die gegen den Himmel schießenden neuen Triebe deutete er als die in der Welt wachsenden Gemeinden mit dem messianischen Glauben.