Kirche, bleib bei deinem Thema

"Thema verfehlt!", so stand es einmal unter meinem Aufsatz. Ich hatte vieles und sicher auch Richtiges geschrieben, aber das, worauf es ankam, war meinem Blick entgangen.

"Kirche, bleib bei deinem Thema!", mahnt der Spruch für diesen Monat. Es ist ein Wort des auferstandenen Herrn an seine verängstigten Jünger:

So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem.

Lukas 24,46-47

"Kirche, bleib bei deinem Thema!" Wir suchen es uns nicht aus, nach Lust und Laune, um bei allem und jedem ein Wort mitreden zu können. Das Thema der Kirche ist ihr vor - gegeben: "so steht's geschrieben." Gott gibt es uns schriftlich, schwarz auf weiß, sozusagen mit Siegel und Unterschrift: Hier habt ihr mein Wort: "dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage." Karfreitag und Ostern in einem Satz. Im Glaubensbekenntnis wiederholen wir ihn an jedem Sonntag. Gehen sie uns noch unter die Haut, diese Worte? Richten sie uns auf? Richten sie uns aus auf den Heilsweg Gottes für die Welt? Christus, der sich für uns zu Tode geliebt hat, wird zum Anfänger des Lebens. An Gottes Herzen ist hinfort sein Platz, und durch ihn auch für uns.

Ostern - Zeitenwende: Gott holt sich seine Welt zurück!

Dies gilt es anzusagen und auszurufen: "es wird gepredigt in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern."

Wo das die Kirche tut, ist sie bei ihrem Thema. Das kann ihr niemand abnehmen. Sie bringt nicht sich selbst, sondern seinen Namen ins Spiel: Jesus, wir nehmen deinen Namen in den Mund. Tritt durch unser Wort auf Menschen zu, rühre sie an, dass sie sich umwenden, dir in die Augen schauen und in dir den finden, der die Verlorenen sucht, die Schuldigen entlastet, die Gebundenen freimacht und die Hoffnungslosen aufrichtet. Wenn die Kirche bei diesem Thema bleibt, steht Gottes Autorität hinter ihr, muss ihr nicht bange sein um Macht und Einfluss, darf sie gelassen und engagiert ans Werk gehen.

Eine Handvoll Leute hat damals Jesu Ruf beherzigt: "Fangt an in Jerusalem." Wir sind heute mehr als eine Handvoll - in Falkenstein, unter allen Völkern. Er braucht uns unter unseren Zeitgenossen als seine Zeugen - eine lohnende Aufgabe, eine Lebensaufgabe. Sie sind eingeladen, sich mit einzubringen.

Pfarrer i.R. Ronald Sporn