Habsucht ist Götzendienst

Jesus Christus spricht:

"Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat."

Lukas 12,15

Kein Tag vergeht, ohne die Offenlegung neuer Korruptionsfälle in unserem Land. Das fängt bei Bankern an und betrifft die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ebenso wie die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik. Maßlosigkeit und Gier haben vielen den Verstand geraubt. "Geiz ist geil - jeder nimmt mit, was er kriegen kann" beschreibt Sachsens Justizminister die Situation. Eine Kommission nach der anderen muss eingesetzt werden zur Aufdeckung und Bekämpfung von Amtsmissbrauch und Korruption. Wo sind wir hingeraten? Die Bibel bezeichnet dieses Verhalten als "Habgier". Aber Habgier, das Nicht-genug-kriegen-können, ist nicht nur die Gefahr der Großen in den einflussreichen Stellungen, sondern auch der kleinen Leute.

Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass wir nach Zielen streben. Zum Beispiel danach, was wir uns gern als nächstes schaffen oder anschaffen wollen, worauf wir sparen möchten usw. Das motiviert unsere Arbeit und es macht Freude, wenn man wieder ein solches Ziel erreicht hat. Es ist auch ganz natürlich, dass wir bei immer knapper werdenden Kassen mit jedem Cent zu rechnen beginnen und uns vor allem für Schnäppchen interessieren. Das ist alles ganz in Ordnung so.

Zur Habgier kommt es, wenn in uns die Sicherung durchbrennt und wir das rechte Maß verlieren, wenn wir nicht genug kriegen können und um jeden Preis haben wollen: immer mehr Geld, moderne Kleidung, immer mehr Komfort - aber ebenso Ehre, Anerkennung, Macht ... Habgier ist, wie der Name schon sagt, die Gier, immer haben zu wollen, ohne sich ein Gewissen zu machen. Damit werden wir nicht nur an unserem Mitmenschen schuldig, sondern auch an Gott. Denn unser Herz wird an diese Dinge gebunden, sie werden uns zum Götzen. - "Habsucht ist Götzendienst" sagt die Bibel in Kolosser 3,5. - und Gott teilt seinen Platz in unserem Herzen nicht mit einem Götzen! Wählen wir den Götzen, verlieren wir Gott!

Da hilft nur: Die Kurve kratzen! Der Habgier den Kampf ansagen. Wie? Gott bitten, dass wir das rechte Maß behalten. Danken für das, was wir haben. Dem Drang zum Habenwollen um jeden Preis innerlich widerstehen und uns nicht immer wieder in Gedanken damit beschäftigen. Verschenken anstatt Zusammenzuraffen. Sich darin üben, zufrieden zu sein mit dem, was Gott gibt.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Gneuß