Der springende Punkt

Diese Redewendung "der springende Punkt" ist schon sehr alt. Sie geht auf Naturbeobachtungen des Aristoteles zurück, der der Ansicht war, dass in einem brütenden Vogelei das Herz des kleinen heranwachsenden Vogels als ein sich bewegender, eben springender Punkt erkennbar sei. Daraus entstand in der Umgangssprache diese Redewendung. Es ist also ein Ausdruck für den Punkt, von dem das Leben ausgeht. Der springende Punkt im Leben? Wo ist dieser Punkt, von dem alles Leben ausgeht? An welchem Punkt entscheidet sich wirklich alles, Leben und Sterben, Sein oder Nichtsein, Überleben oder Zugrundegehen? Der springende Punkt für das Leben ist nicht irgendetwas Undefinierbares, sondern eine Person. Es ist Jesus, der den Tod überwunden und das Leben lebendig gemacht hat.

Da wird Jesus zu dem todkranken Lazarus gerufen. Als Jesus kommt, war Lazarus bereits drei Tage tot und begraben. Im Johannesevangelium, Kap. 11 wird uns diese Geschichte erzählt. Wir erleben Jesus in dem Gespräch mit Martha, der Schwester des Lazarus. Interessanterweise spricht Jesus mit Martha nicht über den Tod, sondern über das Leben. Und als Jesus auf dem Höhepunkt des Gespräches zu Martha sagt: "ICH bin die Auferstehung und das Leben", da stellt Jesus die Frage aller Fragen, er bringt das Leben der Martha auf den Punkt: "Glaubst du das?" Und die Antwort, die Martha gibt, ist der Spruch für den Monat März:

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.

Johannes 11,27

Wenn das ein Mensch sagen kann "Ja, Jesus, ich glaube, dass du der Christus, der Retter, mein Retter, der Sohn Gottes bist", dann hat diese Person den springenden Punkt des Lebens entdeckt. Dann wird dieser Mensch vom Leben, von Jesus geprägt. Glauben Sie das? Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Bekenntnis aus frohem, wenn auch manchmal zagem Herzen heraus, vor Jesus und vor den Menschen sprechen und leben können.

Übrigens ist der tote Lazarus seinem Grab nach dem Befehl Jesu entstiegen. Was für eine Demonstration für das Leben, für den, der das Leben ist, der dem Leben den springenden Punkt gibt! Ist dieser springende Punkt in Ihrem Leben - wie damals für Aristoteles - für andere sicht- und erlebbar?

Mit den besten Segenswünschen

Ihr Pfr. V. Körner