Audienz mit dem Höchsten

„Wenn ich einmal die Chance hätte, mit dem Firmenchef, Politiker, Star der Musikszene zu reden! Wenn ich meine Anliegen, meine Fragen und Beschwerden, meine Wünsche und Sorgen einmal an der richtigen Stelle loswerden könnte!“ Solche oder ähnliche Gedanken stecken wohl in uns allen tief drinnen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Jeder von Ihnen hat die Chance! Und das nicht mal nur mit irgendeiner Vorzimmerperson, mit dem stellvertretenden Stellvertreter, sondern mit dem Chef persönlich, mit dem Chef aller Chefs, dem König aller Könige und Herr aller Herren, mit dem Schöpfer des Universums, mit dem, der alles in der Hand hält und in der Hand behalten wird, mit unserem Vater im Himmel.

Ach das tun Sie schon? Aber so was Aufregendes und Veränderndes ist das nicht?!

Ich möchte Ihnen mit dem Bibelvers, der uns für den Monat Mai gegeben ist, einen Tipp, eine Erfahrung weitergeben.

Ich will nicht nur im Geist beten, sondern auch mit dem Verstand

1. Korinther 14,15

Der Monat Mai ist von dem Pfingstfest her geprägt. Der Apostel Paulus schreibt an die noch junge Gemeinde in Korinth - so ca. 25 Jahre nach dem Pfingstfest. In dieser Gemeinde, in der das geistliche Leben pulsiert, scheint manches auseinander zu laufen. Gerade eine der Grundsäulen des Glaubens, das „Gebet“, scheint zu wackeln. Gerade auf dem Gebiet, was die Gemeinde stark gemacht hat, gibt es manche Unsicherheiten. Dem Apostel Paulus liegt nun am Herzen, dass jeder in der Gemeinde auf dem Gebiet des Gebetes dazu lernt und sich von Gott her beschenken lässt.

Und das ist wohl so geblieben bis heute, dass das Gebet eines der Kampfplätze unseres Lebens ist. Dem Feind Gottes liegt es daran, unser Gebetsleben zu boykottieren. Die Jünger Jesu, die wahrlich wussten, was Gebet ist, kamen eines Tages zu Jesus mit der Bitte: „Herr, lehre uns beten!“ Das ist eine Erfahrung des Glaubens, dass wir an dieser Stelle genauso wie die Jünger damals Lernende sein müssen.

Auf der einen Seite muss uns der Geist Gottes sozusagen als Lehrmeister immer wieder neu beschenken, dass wir so beten können, dass uns das Gebet stark macht. Und auf der anderen Seite muss ich selbst mit meinem ganzen Verstand dran bleiben an einem intensiven Verhältnis zu Gott - und das ist eben das Gebet. Nicht Gott braucht mein Gebet, sondern ich brauche das Gespräch mit ihm. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeit des Gebetes als Audienz mit dem Höchsten erleben.

Pfarrer Volkmar Körner