Jesus will Dich mit seiner Liebe anstecken

Gott spricht: „Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen.“

Jesaja 58, 10

Sie kennen die Geschichte: Ein Wanderer ist unterwegs zwischen Jerusalem und Jericho. Er wird überrascht von Schlägern. Die prügeln ihn zusammen und rauben ihn aus. Halbtot bleibt er liegen. Ein Priester und ein Levit kommen des Wegs. Sie gehen vorbei. Dann kommt ein Handelsreisender, er gehört zur Sekte der Samariter. Er erbarmt sich über den Wanderer, leistet erste Hilfe, bringt ihn in die nächste Herberge und kommt für seine Pflege auf. Jesus erzählt diese Geschichte und sagt: „Geh hin und tue desgleichen!“ (Lukas 10, 25​-​37) Was für ein Anspruch an jeden, der Gott ehren will mit seinem Leben! Werden wir diesem Anspruch gerecht?

Leider ist mit dieser Geschichte viel Missbrauch betrieben worden: Wie oft musste sie herhalten dafür, dass man sich für seinen mangelnden Gottesdienstbesuch entschuldigte: „Aufs Leben kommt es an! Nicht darauf, ob ich sonntags in die Kirche renne oder nicht!“ Das stimmt nicht. Jesus erzählt einem Schriftgelehrten diese Geschichte. Der hat sich dumm gestellt und tut so, als ob er das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ nicht versteht. Das andere Gebot, was untrennbar mit diesem verbunden ist, ist das: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und und von ganzem Gemüt!“ Lesen Sie mal die oben genannten Verse aus Lukas 10. Ihnen wird auffallen: Beides gehört untrennbar zusammen. Die Liebe zu Gott soll die Triebfeder unseres ganzen Lebens sein: eines Lebens, das Gott ehrt und den Nächsten liebt! Beides darf nie gegeneinander ausgespielt werden! Wer das gegeneinander ausspielt, vergreift sich am Willen Gottes. Zu den 10 Geboten gehören beide Tafeln: Die Tafel mit den ersten drei Geboten - die die Liebe zu Gott ins Zentrum stellen - und die andere mit den sieben, die die Liebe zum Nächsten thematisieren. Der Prophet Jesaja fordert uns auf, den Hungrigen unser Herz finden zu lassen und den Elenden zu sättigen. Das nennt Gott ein Fasten, das ihm gefällt. Klar, ein Mensch, der äußerlich ganz fromm tut - fastet - und mit seinem Nächsten umspringt, wie eine falsche Schlange, so ein Mensch kann Gott nicht gefallen. Doch zu diesem Fasten gehört untrennbar dazu, was Jesaja ganze drei Verse später sagt: Wenn du den heiligen Tag des Herrn nicht für deine Alltagsgeschäfte missbrauchst, sondern diesen Tag „Lust“ nennst und „Geehrt“, dann will Dich Gott „über die Höhen auf Erden gehen lassen.“ (Jesaja 58, 13) und Gelingen schenken. Gottes- und Nächstenliebe, die Liebe zum Sonntag und die Liebe zu dem, der heute unsere Hilfe braucht, beides gehört untrennbar zusammen.

Manchmal beklagen sich Leute über die, „die sonntags in die Kirche rennen“: „Wenn Du die im Alltag erleben würdest!“ Eines Tages bin ich unter diese Kirchenrenner gegangen. Warum? Weil ich erkannte, wie viele Menschen ich enttäuscht habe. Und weil ich erkannte, dass ich damit auch Gott enttäusche. Ich brauche seine Liebe, seine Vergebung und Hilfe, um es in der nächsten Woche besser zu machen. Wie sieht das bei Ihnen aus? Sind Sie sicher, dass Sie nie einen Menschen enttäuscht haben, der Ihre Hilfe brauchte? Sind Sie sicher, dass Sie nie Gott enttäuscht haben?

Der Monatsspruch ist eine Einladung, den Nächsten mit offenen Augen zu sehen, der unsere Hilfe dringend braucht. Und an ihm nicht vorüber zu gehen! Fangen wir doch nicht in der Ferne an, sondern vor unserer eigenen Haustür mit der Nächstenliebe! Ja, vielleicht sogar in unseren Häusern! Der Monatsspruch öffnet uns aber auch die Augen für unseren wahren verlorenen Zustand: Wie oft bleibe ich kalt für den, der auf meinen Beistand wartet. So treibt uns der Monatsspruch in die Arme dessen, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt!“ (Johannes 8, 12) Das Licht Jesu will uns anstecken, unser Leben von innen heraus erneuern mit seiner Liebe. Jesus verheißt seinen Jüngern, allen, die mit ihm leben: „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Matthäus 5, 14) Jesus will Dich mit seiner Liebe anstecken. Lässt Du das zu? „Dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen!“(Monatsspruch)

Herr Jesus, das bitte ich: Kehre du ein in das Haus meines Lebens! Erneuere mich und gib mir deine Liebe ins Herz! Gebrauche mich, um anderen mit deiner Liebe zu begegnen.

Ihr Pfarrer Jörg Grundmann