Das ist bei Gott möglich

Was bei den Menschen unmöglich ist,
das ist bei Gott möglich.

Lukas 18,27

Diese Worte spricht Jesus zu einer bestürzten Zuhörerschaft. Warum aber diese Bestürzung?

Der Zusammenhang: Ein Mann tritt zu Jesus mit der Frage: "Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?" Der Mann geht offenbar davon aus, das er in der Lage wäre, etwas tun zu können, das ihm Anerkennung bei Gott verschafft. Jesus führt das Gespräch in kürzester Zeit so, dass der Mann DIE Bindung seines Herzens erkennen muss und damit seine völlige Unfähigkeit, Jesus nachzufolgen. Sein Herz hängt so sehr an seinem Reichtum, dass er nicht willens und auch nicht in der Lage ist, das Wort Jesu zu erfüllen: "Verkaufe alles was du hast und gibìs den Armen."

Jesus zerstört damit im Nu eine fatale Illusion, der allem Anschein nach auch die Zuhörer Jesu verfallen waren. Die Illusion, aus sich heraus etwas Gutes vollbringen zu können, das ihnen das Wohlwollen Gottes verschaffen könnte. Das Gegenteil ist der Fall. Tatsache ist, unser Herz ist gefesselt, verblendet, bezaubert. Das Fremdwort dafür ist "fasziniert". Wer es wirklich wissen will, der braucht sich nur in die Menge der Zuhörer in unserem Text hineinzubegeben oder selbst einmal Jesus ernsthaft diese Frage zu stellen: " Guter Meister, was muss ich tun?" Die Antwort wird bei jedem Menschen zwar in der Sache verschieden ausfallen, doch das Prinzip bleibt gleich. Wir sind an uns und bestimmte Dinge dieser Welt gebunden, wir alle, ohne Ausnahme. Deutlich wird es oft erst, wenn wir versuchen, von einer erkannten Faszination frei zu kommen. Im folgenden Vers 28 lesen wir die Reaktion des Petrus, der wie immer das Wort führt und sagt: "Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt." Fast erleichtert scheint er das zu sagen. Vielleicht auch etwas prahlerisch, um sich und seinen Mitjüngern damit ein wenig den Druck, die Spannung, die noch in der Luft liegt, abzumildern. Jesus antwortet auf seine Feststellung ganz positiv, ohne erhobenen Zeigefinger. Die Sache scheint erledigt zu sein. Doch nur wenige Tage später sehen wir Petrus an einem Kohlenfeuer sitzen und dort wird auch ihm einiges klar und er weint bittere Tränen. Er erkennt, was er zuvor noch nicht wusste. Auch sein Herz ist gefesselt und er kann sich nicht selbst befreien. Das ist für den späteren Fels der Gemeinde ein sehr wichtiger Schritt, um dieses Wort Jesu in seiner vollen Tragweite zu verstehen und später, Gott sei Dank, auch zu erleben.