Wer ihn fürchtet und recht tut

Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach:
„Nun erfahre ich in Wahrheit,
dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk,
wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“

Apostelgeschichte 10,34-35

„Vor Gott sind alle Menschen gleich“ - diese Meinung hat einen gefährlichen Unterton: „Ich bin auch nicht schlechter als die anderen! Wie sollte mich Gott da nicht mögen? Ich werde schon in den Himmel kommen.“ Doch stimmt das? Spricht Petrus von einem „achso lieben Gott“, dem alles egal ist, was wir tun?

Eines stimmt: „Vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Gott sieht alle Menschen gleich. Wie er sie sieht, das erfahren wir auf den ersten Seiten der Bibel: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8,21b) Dennoch nimmt sich Gott der Menschen an, ja er gibt seinen geliebten Sohn für sie. Von Jesus sagt die Bibel: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Das ist der Punkt, den Petrus in den Jahren nach der Himmelfahrt des Herrn lernen muss: was es heißt, dass Gott die ganze Welt (!) geliebt hat. Es heißt, dass alle, die den lebendigen Gott fürchten und recht tun, Gott angenehm sind. (Gott fürchten, das bedeutet, ihn als heiligen Gott ernstnehmen und sich von ihm etwas sagen lassen. Recht tun, das besagt, sich ganz an Gottes Willen zu orientieren.) Der römische Hauptmann Kornelius, seiner Herkunft nach ein Heide, fürchtet Gott und handelt recht. Nun lernt Petrus: Der Herr Jesus ist nicht nur für Israel ans Kreuz gegangen, sondern für die ganze Welt! Deshalb verkündigt Petrus nun auch dem Kornelius das Evangelium, erzählt ihm, wie Jesus Frieden gemacht hat für uns, Frieden mit Gott für uns am Kreuz (Apostelgeschichte 10,34-43). Diese Predigt bestätigt Gott: Er schenkt dem Kornelius den Heiligen Geist, er schenkt ihm den Glauben ins Herz. Wer soll nun noch Einwände gegen die Taufe des Kornelius haben, die zum Glauben dazukommen muss? Petrus lässt den Heiden Kornelius taufen. Er spricht in Jerusalem mit den anderen Jüngern Jesu, mit den Aposteln, über diese Taufe. Die Apostel sind zunächst entsetzt, sie wundern sich. Doch dann erkennen sie: „So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt!“ (Apostelgeschichte 11,18)

Auch Dich erwartet Gott: der Gott, der Dich bis aufs Blut seines Sohnes liebt! Wenn Du ernsthaft nach Gott suchst, Dich ernsthaft nach seinem Willen richten willst, dann darfst Du wissen: Du bist Gott angenehm. Er geht Dir schon nach. Er sucht Dich. Am Kreuz wartet er auf Dich mit offenen Armen. Kehr Dich zu ihm. Stell' Dich ihm ganz anheim, ihm vertrauend, ihn liebend, ihm folgend. Das heißt Gott fürchten und recht tun. Und der Herr Jesus selbst wird dich ins Leben führen.

Herr Jesus Christus, dein Blut und deine Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid.
Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.
AMEN.

Ihr Pfr. z. A. Jörg Grundmann