Segen sein

Es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!

Sacharja 8,13

„Das ist das schwarze Schaf unserer Klasse“, berichtet die Lehrerin über einen Schüler. Der Junge, mehrfach sitzen geblieben, ist älter als alle seine Mitschüler, stiftet oft Ärger und Streit und wird von allen gemieden. Dieser Junge muss erleben, was es heißt, ein „Fluch“ zu sein. Noch viel schrecklicher musste Israel, das Volk Gottes, erfahren, wie es als „Fluch“ angesehen und behandelt wird. Bis heute müssen die Juden darunter leiden. Schon die offizielle Berichterstattung über Israel zeigt das: sie ist nicht objektiv; Israel ist immer das „schwarze Schaf“.

Doch nun eine Frage an uns: Spürst Du nicht im Grunde Deines Herzens diese geheime Furcht: „Ich könnte ein Fluch sein. Ein Fluch für mich und andere“? Hier stehen wir vor der geheimen Antriebsfeder, die den Menschen pausenlos vor sich her treibt, dass er sich müht, von anderen angesehen zu sein und etwas zu gelten. Selbst in unser Glaubensleben mischt sich dieses Bemühen ein: wenigstens etwas gelten vor Gott. Über diesem Bemühen stellt die Bibel nüchtern fest: „Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!«“ Die Bibel spricht die unbequeme Wahrheit aus: Von Natur aus sind wir ein Fluch. Keiner kann sich aus dem Fluch herausarbeiten. Das ist die Realität – ob wir sie wahrhaben wollen oder nicht. Ist das nicht zum Verzweifeln?

Der lebendige Gott spricht: „Ich will Euch erlösen, dass Ihr ein Segen sein sollt.“ Und ER tat's. Er sandte seinen Sohn. Jesus Christus – ER wurde Mensch, ja, er kam im Stall von Bethlehem zuerst zu dem Volk der Juden. Durch IHN, der von seiner Geburt her Jude war, werden auch wir gesegnet. Ja, durch Jesus macht uns Gott zum Segen. Wer sein Leben diesem Herrn anvertraut und sich von ihm leiten lässt, den gestaltet er um: Den macht ER zum Segen. So ist durch Jesus das Volk Israel uns schon zum Segen geworden: wer Israel flucht, der wird verflucht; wer Israel segnet, der wird gesegnet. (1.Mose 27,29)

Was, wenn Gott auch uns für andere zum Segen machen will? Inwieweit stehe ich mit meiner Eigensucht ihm da noch im Weg?

„Fürchtet Euch nicht und stärkt Eure Hände.“ Beginnen Sie doch jeden Tag bewusst mit dem Herrn Jesus Christus.

„Herr, lass unsere Füße sichere Tritte tun auf allen unseren Wegen. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. Amen“

Pfarrer z.A. Jörg Grundmann