Jahreslosung für 2011

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Römer 12, 21

Neu beginnt das Jahr. Im neuen Anfang stecken neue Möglichkeiten. Der eine oder andere gute Vorsatz ist getroffen. Was wird das Jahr bringen? Werde ich dem Vorsatz treu bleiben? Die Bibel gibt uns das Wort mit, das uns vielleicht in diesem Jahr vor die größte Herausforderung stellt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Das Böse hat eine Kraft in sich, die mich schnell zum Bösen hinreißt. Ein böses Wort, das mir der andere sagt: wie ärgert es mich! Eine Unachtsamkeit des anderen: wie bringt sie mich auf die Palme! Die Lieblosigkeit des anderen: was macht sie mich zornig! Was bei Erwachsenen manchmal im Verborgenen geschieht, das ist bei Kindern ganz offensichtlich: „Der hat angefangen“, heißt es dann. Damit wird das Recht begründet, zurückzuschlagen. Warum fällt es uns denn so schwer, das Böse mit Gutem zu überwinden? Ich verhalte mich, wie das Echo: Wie es in den Wald hineinruft, so ruft es heraus. Das Böse trifft in mir auf eine starke Resonanz: wie es mich trifft, so schallt es wider. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich bin ich als Mensch vom Sündenfall her so gestimmt: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8, 21) „Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Römer 3, 12) Das Böse, das auf mich trifft, regt trefflich das Böse in mir an. Wenn Du Dir nun die Jahreslosung zum guten Vorsatz nimmst für 2011, wirst Du es vor allem mit einem nicht leicht haben: mit Dir selbst! Doch Du hast Jesus. Jesus ist der einzige Mensch, dessen Herz von Jugend auf mit Gutem erfüllt war. Jesus ist der einzige, der wirklich Gutes tat. Jesus ist der einzige Gott, der auch Dein Herz verwandeln kann. Und genau das hat der lebendige Gott versprochen: „Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“ (Hesekiel 11, 19-20) Nun gibt uns der Römerbrief einige Hinweise, wie das in der Praxis aussieht, das Böse mit Gutem zu überwinden. Die stehen in Kapitel 12. Ich greife nur drei heraus:

  1. Segnen, statt fluchen: dem anderen die bösen Worte nicht zurückgeben, sondern für ihn beten um den Segen, ja ihm Gutes von Gott zusprechen.
  2. Die geringen Dinge achten: Nicht das, was in dieser Welt glänzt, zählt, sondern die kleine Tat, der unbedeutende Dienst gilt viel mehr. Deshalb kam Jesus auch nicht in einem Palast zur Welt, sondern in einer Krippe am Rande der großen Weltgeschichte.
  3. Dem Feind Gutes tun: Nur das kann ihn zur Reue bewegen. Paulus schreibt: „Wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.“ Wenn jemand in der Antike öffentlich seine Reue zeigen wollte, trug er eine Schale mit feurigen Kohlen auf dem Kopf. Dem Feind Gutes zu tun, hilft ihm umzukehren.

„Herr, Du kennst unsere Schwachheit. Mach uns zu Werkzeugen Deines Friedens.“

Ein gesegnetes Jahr 2011 wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Jörg Grundmann