Wo dein Schatz ist

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Matthäus 6,21

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7,7

Eine Doppelausgabe des Gemeindebriefes bedeutet auch 2 Monatssprüche.

Auf den ersten Blick scheinen die 2 Sprüche nicht viel miteinander zu tun zu haben ...
haben sie aber doch:

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Sammelt euch Schätze im Himmel!

Investiere ich meine ganze Kraft in irdische Dinge, dann wird auch mein Herz irdisch gesinnt sein. In Matthäus 6,24 steht:

Niemand kann zwei Herren dienen ... niemand kann Gott dienen und dem Mammon!

Hier geht es nicht darum, dass wir das zeitlich nicht auf die Reihe kriegen, sondern unser Lebenskonzept ist ein ganz anderes.

Wenn ich das Eigentliche auf dieser Welt erwarte, werde ich meine ganze Kraft in die Optimierung meiner Lebensumstände setzen. Wenn ich aber weiß: Mein Leben hier auf der Erde ist das Vorspiel zum eigentlichen Leben in Gottes Herrlichkeit, dann werden meine Prioritäten ganz anders aussehen. Vieles, was ungeheuer erstrebenswert scheint, wird plötzlich belanglos. Wenn es einem anderen materiell besser geht, kann ich neidlos sagen: Für mich ist der Weg hier auf der Erde mit all seinen schönen und weniger schönen Seiten nicht das Ziel. Was sind denn Schätze im Himmel? Nicht nur das Geld, das ich für die Sache Gottes einsetze, sondern auch das Mut machende Wort, das Bezeugen meines Glaubens, das Gebet für einen, der in Not steckt, und und und ...

Der Spruch August scheint uns zu ermutigen, einfach unsere Wunschliste Gott zu sagen, er wird sie erfüllen: „... Bittet, so wird euch gegeben ...“ Cool!

Aber bei dem Blick auf den Textzusammenhang und auf die Parallelstelle in Lukas 11 sieht es plötzlich etwas anders aus. In Lukas 11,13 steht fast wörtlich dasselbe, aber der letzte Satz lässt aufhorchen:

„Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!“

Moment mal: ... den heiligen Geist? – Ich wollte doch Gesundheit, Glück, sorgloses Leben ... wieso will er mir heiligen Geist schenken?!

Gott ist kein Wunschautomat: Oben Wunsch rein – unten Wunscherfüllung raus. Gott wäre unser Dienstleister. Wenn dieses Bild von Gott in uns herumgeistert, werden wir früher oder später enttäuscht sein und unser Glaube kann in die Brüche gehen!

An anderer Stelle heißt es: Was ihr bittet in meinem Namen ...

Darum geht es: ich brauche so einen engen Kontakt zu Gott, dass mir immer klarer wird, worum es sich lohnt zu bitten, was wirklich wertvoll und wichtig ist.

Aber es ist so tröstlich: Wenn wir unser Herz an die göttlichen Dinge hängen, wird ER uns alles geben, was wir (wirklich) brauchen:

In Matthäus 6,33 steht: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles (gemeint sind materielle Dinge, die wir nötig haben) zufallen.

Gott ist wie ein guter Vater, der genau weiß, was seinem Kind gut tut.

Für uns ist es dran, die Prioritäten in unserem Leben zu überdenken:

Hängt mein Herz zu sehr an materiellen Dingen? Erhoffe ich mir Glück von Geld, Gesundheit, Lebensumständen ... oder gehört mein Herz Gott, und frage ich nach seinem Willen für mein Leben?

Kürzlich las ich:

„Der Mensch ist nicht mehr das, was er war, seit er nur noch das ist, was er hat. Lasst uns nicht beten für Ziele, die unserer Kraft entsprechen. Lasst uns beten für die Kraft, den Zielen Gottes zu entsprechen.“

Ihr Kantor Gilbrecht Schäl