Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

1. Timotheus 4,4

Als Gast auf der Doktorfeier meiner Schwester bin ich beeindruckt: ihre Kollegin wählt ihr Menü am Buffet mit Bedacht aus: Gemüse, Brot – und wenn ich mich richtig erinnere – etwas Käse legt sie auf ihren Teller. Die anderen leckeren Speisen, die Croissants mit Schinken-Käse-Füllung und Ähnliches, all das lässt sie liegen. Der Grund für diese Auswahl ist nicht die schlanke Linie. Den Grund verrät das Tuch auf ihrem Kopf: sie ist islamischen Glaubens. Es beeindruckt uns sehr, wenn sich Menschen an strenge Regeln halten. Müssten wir nicht auch so leben? Leben wir nicht ungesund, wenn wir gerne Fleisch essen oder eine deftige Pizza? Was für die Gesundheit gut ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Aber Fakt ist: aus Glaubensgründen müssen wir keine Speisen meiden. Das zeigte Gott dem hungrigen Petrus: als es einmal 12 schlug und ihm der Magen knurrte, da sah er im Geist ein reines Tuch vom Himmel kommen und hörte die Stimme: „Steh auf, Petrus, schlachte und iss!“ Petrus wehrte sich dagegen, denn es waren allerhand unreine Tiere dabei: das Schwein für das Schnitzel und der Hase für den Rollbraten. Da hörte er noch einmal die Stimme: „Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten“ (nachzulesen in Apostelgeschichte 10). So schenkte Gott dem Petrus einen neuen Blick: weil Gott den neuen Bund mit uns in Jesus gemacht hat, ist keine Speise mehr unrein an sich und auch jeder Mensch – ob Jude oder Nichtjude – jeder darf ins Reich Gottes kommen.

Nun gibt es immer spitzfindige Leute. Sie fragen zum Beispiel: „Wenn alles von Gott geschaffene gut ist und nichts verwerflich ist, was ich mit Danksagung empfange – warum soll ich dann beispielsweise keine Drogen nehmen? Die Pflanzen, aus denen sie gewonnen werden, sind doch auch von Gott geschaffen...“ Einen Maßstab, an dem wir das prüfen können, gibt uns Paulus im Anschluss an den Monatsspruch mit: „… es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“ Kann ich wirklich meine Speise mit gutem Gewissen aus Gottes Hand nehmen und ihm danken? Oder bringt mich das, was ich essen will, in Konflikt mit den 10 Geboten – und damit in Konflikt mit dem Wort Gottes? Drogen erweitern das Bewusstsein und geben Einblick in eine verborgene Welt. Will ich Wesen und Gewalten hinter den Dingen sehen und erkennen, dann breche ich das erste Gebot. Alkohol oder Internet im Übermaß machen abhängig. Wenn ich mich diesen Dingen ergebe, breche ich auch das erste Gebot. Nicht umsonst spricht man vom „Teufel Alkohol“, obwohl er in geringen Maßen durchaus ein Geschenk Gottes ist – zum Beispiel für das Heilige Abendmahl. Es wird immer gefährlich, wenn mein Gewissen Alarm schlägt. Was Du isst, was Du trinkst, was Du gebrauchst – tue es im Blick auf den Herrn Jesus. Dann danke ihm, bete und freue dich daran. Wenn Du aber Zweifel dabei hast, dann belaste das Gewissen nicht unnötig.

„Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn. Drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn.“ AMEN.

Ihr Pfarrer Jörg Grundmann