Wie die Kinder

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.

Matthäus 18,3

Es ist eine der schönsten Aufgaben, Kinder zu erziehen und beim Heranwachsen zu begleiten. Natürlich ist es auch eine der schwierigsten. Ich genieße es, wenn unsere beiden Kleinen sich von mir ein Buch vorlesen lassen. Dann entdecken sie viele Kleinigkeiten in den Buchbildern und wollen erklärt bekommen, was sie nicht verstehen. Und die Großen fragen, wenn sie etwas in der Schule nicht verstanden haben. Da ist es meine Aufgabe, das wahrheitsgemäß und dem Alter entsprechend zu erklären. Denn die Kinder hören auf mein Wort und vertrauen mir. Natürlich gibt es auch andere Situationen: aber wie freue ich mich, wenn sie hören, wenn es darauf ankommt. Jesus nimmt die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern als Vorbild für seine Jünger: Kinder vertrauen ihren Eltern und hören auf ihr Wort. Sie lieben ihre Eltern. So sollte es zumindest sein. Genau davon soll auch meine Beziehung zu Gott geprägt sein:

1. Vom Hören: Eltern leiten ihre Kinder durch ihr Wort auf einem guten Weg. Sie geben ihnen Orientierung. Sie rufen „Halt“, wenn das Kind in eine falsche Richtung läuft und sich und andere gefährdet. Sie helfen ihren Kindern, die Welt zu verstehen. Dazu hat uns Gott sein Wort gegeben: Er leitet mich immer richtig durch sein Wort. Er gibt mir Orientierung. Es zeigt mir, welche Wege die falschen Wege sind – die mein Leben und das der anderen gefährden.

2. Vom Vertrauen: Kinder haben ein Grundvertrauen zu ihren Eltern. Selbst, wenn das die Eltern manchmal nicht verdient haben, vertrauen Kinder trotzdem. Manchmal erschrecken sie später über die Eltern, wenn sie verstehen, dass ihre Eltern sie in eine falsche Richtung geleitet haben. Bei Gott kann ich mir sicher sein: Er hat mein absolutes Vertrauen verdient. Ich kann ihm, seinem Wort und Werk unbedingt vertrauen. Er ist kein Mensch, der Sünden tut und fehlbar ist. Er ist Gott, der alles weiß und das Beste für mich will.

3. Von der Liebe: Ja, er ist Gott. Und er ist zugleich mein himmlischer Vater. Deshalb will er das Beste für mich. Er liebt mich. Seine Liebe hat er bewiesen: Seinen geliebten und einzigen Sohn hat er sich vom Herzen gerissen und ihn hingegeben. Das tat er für Dich und für mich. Das tat er, damit wir seine Kinder werden können,wie sein Sohn Jesus. So sehr hat er uns geliebt. Die Antwort der Kinder auf die Liebe der Eltern – die einzig passende Antwort ist: Liebe. Hast Du von Deinem Vater oder Deiner Mutter gesagt bekommen, dass sie Dich lieben? Eltern können das manchmal ihren Kindern nicht sagen. Das ist schmerzhaft. Anders macht es Gott. Der Prophet Jesaja darf schon von ferne sehen, was Gott Dir durch Jesus sagen lässt – Gottes Botschaft an Dich: „Ich habe dich je und je geliebt.“ (Jesaja 31,3) Jesus mahnt seine Jünger, den Weg des Stolzes und der Unabhängigkeit von Gott zu verlassen, wieder umzukehren und Gottes Kinder zu werden. Sonst werden sie das Himmelreich nicht sehen.

Himmlischer Vater, danke für deine Liebe. Hilf mir, die Neuigkeit Deiner Liebe weiterzutragen zu allen, zu denen Du mich sendest. AMEN

Ihr Pfarrer Grundmann