Wisst ihr nicht

Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst.

1. Korinther 6, 19

Frühjahrsputz, große Kirchenreinigung, Badetag, Straßenreinigung... den ganzen äußeren Dreck mal so richtig wegmachen, abwaschen. Wie nötig ist das am Ende des Winters oder einer Woche.

Auch in Korinth wurde gewaschen, gereinigt. Als Paulus dorthin kam, herrschten die übelsten Zustände: Unzucht, Götzendienst, Ehebruch, Homosexualität, Diebstahl, Habsucht, üble Nachrede... Einige in Korinth taten genau das und hatten somit keinen Anteil oder Zugang zum Reich Gottes. Auch heute gilt: die das tun, werden vom Reich Gottes ausgeschlossen. Doch sie wurden gereinigt und gewaschen, abgewaschen von diesem ganzem Dreck. Viele Korinther haben eine geistliche Reinigung erfahren, die Seele und Leib (auch wenn der noch nicht erlöst ist) umfasste. Durch die gläubige Annahme der guten Nachricht von der Erlösung durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus wurden sie geheiligt und gerechtfertigt. Sie wurden freigekauft mit einem hohen Preis – dem teuren Blut Jesu. Eine neue Stellung vor Gott und ein neues, gottgemäßes Verhalten waren und sind die Folge.

Und - sie gehörten nun Jesus! Glieder am Leib Christi. Gott und Jesus nahmen Wohnung in ihnen durch den Heiligen Geist. Sie wurden ein Tempelheiligtum! Der ganze Mensch Eigentum und Wohnung Gottes!

Doch jetzt? - Paulus ermahnt mit Nachdruck: Wisst ihr nicht? Habt ihr vergessen oder nie nachgedacht, wem ihr gehört, wer der Hausherr ist, wer euch bestimmt? Das seid nicht ihr selbst! Von wegen: mein Bauch gehört mir; ich tue, was ich will... Mehrfach ermahnt Paulus im Abschnitt unseres Monatsspruches: Wisst ihr nicht? Die Korinther drohten sowohl leiblich als auch geistig zur Hure zu werden und die Dinge wieder zu tun, von denen sie gereinigt waren. Ihr Leib, ihre Glieder sollten im Dienst der Gerechtigkeit, im Dienst Jesu stehen. Flieht der Unzucht, lasst euch nicht wieder unter fremde Macht bringen, mahnte sie Paulus. Jesus soll Herr sein, über unsere Gedanken, unsere Zunge, unseren Leib und Glieder, was wir damit tun sollen oder nicht tun sollen.

Es ist erschreckend, was für Praktiken, Verhaltensweisen und Ideen auch heute in Kirchen und in Christen (wieder) Einzug halten und als normal oder sogar von Gott gegeben angesehen werden, obwohl Gott sich in seinem Wort ganz klar dagegen ausgesprochen hat. Wie oft haben schon im Laufe der Geschichte Kirchen, Gemeinden, Christen die einzige Quelle (Jesus und sein Wort) verlassen und sich vom Zeitgeist oder sonst was für Strömungen genährt. Warum? Um anerkannt zu sein, um angesehen zu sein, um modern zu sein oder weil man sorglos geworden war oder im Glaubensleben eingeschlafen war oder die Stimme des Bräutigams und Herrn nicht mehr hören wollte oder weil man sich fürchtete oder weil man nie Jesus als seinen Herrn annahm? Haben wir Reinigung nötig?

Lassen wir nicht zu, dass der Hurengeist Einzug hält, gleich auf welchem Gebiet und der heilige Geist betrübt wird.

Die, die Jesus angehören und an ihn glauben, sollen Gott verherrlichen in ihrem Leib und Geist, denn sie sind sein Tempel, sie gehören nicht sich selbst. Wissen wir das?

Falk Schubert