Ich weiß, du kommst heim zu mir

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

2. Petrus 1,19

Ich lese zur Zeit ein Buch (Herta Müller, Atemschaukel): Ein 17-jähriger wird nach dem 2. Weltkrieg von den Russen abgeholt und mit vielen anderen in ein Arbeitslager verschleppt. Zum Abschied sagt seine Oma zu ihm: „Ich weiß, du kommst wieder.“ Während der Zeit, die er in dem Arbeitslager verbringt, sieht er viele Mitgefangene um sich herum sterben. Auch er selbst lebt ständig an der Grenze zwischen Leben und Tod. Der Satz seiner Oma hilft ihm, am Leben festzuhalten und ums Überleben zu kämpfen. „Ich weiß, du kommst wieder.“ Er ist ihm wie eine prophetische Botschaft und er glaubt an seine Erfüllung. Nach 5 Jahren kehrt er tatsächlich wieder heim.

Liebe Leser, es gibt Situationen im Leben, da haben wir nicht mehr als ein Wort, ein Versprechen, an das wir uns halten können. Nicht alles im Leben können wir vertraglich absichern. Manchmal bleibt uns nichts anderes, als dem Wort zu vertrauen.

Ein Ehepaar verspricht sich die Treue bis zum Lebensende. Die Partner können nur auf dieses Versprechen vertrauen. Darauf bauen sie ihr gemeinsames Leben auf.

Mit dem christlichen Glauben ist es genauso. Wir haben nichts in der Hand. Wir haben das Wort, die Zusage Gottes, und darauf können wir vertrauen. Haben Sie schon Situationen erlebt, wo alles weggebrochen ist, an das sie gewöhnt waren und das Ihnen Halt gegeben hat? Aber der Glaube an Gott und seine Zusagen haben sie gehalten. Manchmal bleibt uns nichts anderes, als der Glaube. Und er trägt. Denn Gott hält sein Wort. Viele der Zusagen, die Gott im Alten Testament gemacht hat, hat er bereits erfüllt. Die größte Zusage war sein Sohn, dass er kommt uns zu helfen und zu erretten. Gott hat Wort gehalten. Die Bibel ist voller Zusagen, die uns halten, wenn wir ihnen vertrauen: „Ich habe dich erlöst, du bist mein“, ist eine solche. Daran können wir uns im Leben und im Sterben festhalten. Gott sagt uns damit: Ich weiß, du kommst heim zu mir. Vertrauen Sie diesem Wort? Unser Leben hängt davon ab.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Eckehard Graubner