Gott hört

…so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und gnädig sein und schaffen, dass du jedem gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst – denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder…

1. Könige 8,39

Dieser Vers ist ein Auszug aus dem Einweihungsgebet von König Salomo, das er damals im neu erbauten Tempel sprach. Gottes Antwort auf dieses Gebet ist bemerkenswert. Gott sagt sinngemäß: Wenn sich das Volk in einer Notlage vor ihm demütigt, seine Schuld bekennt und um Hilfe bittet, dann sollen über dieser Stätte die Augen und die Ohren Gottes immer offen sein. Der Tempel soll ein ganz besonderer Ort sein, an dem Gottes Augen und Ohren immer aufmerksam auf die Gebete seines Volkes achten. Wer schon einmal in Jerusalem an der Klagemauer war, weiß, dass es bis heute ein ganz besonderer Ort der Gnade und Gegenwart Gottes ist. Aber nicht nur das.

Petrus erklärt: „…Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums…” (1. Petrus 2,5.9)

Jesus ist der Hohepriester, das Opfer und der König in einer Person. Wir, die Gläubigen, bilden die heilige Priesterschaft und zugleich die lebendigen Steine, die zu einem Tempel Gottes zusammengefügt werden.

Hier wird die Brücke zwischen altem und neuem Bund geschlagen. Was im Alten Testament bildhaft, prophetisch vorgezeichnet wurde, wird durch das Werk Jesu zur Vollendung geführt.

In diesen Zusammenhängen steckt sehr viel glaubensstärkender Trost für uns. Wir sind der Tempel, in dem Gott wohnt und die Priesterschaft, die dort ihren Dienst verrichtet. Wenn wir, gereinigt durch sein Blut und im Herzen durch den Glauben geheiligt, vor Gott mit unseren Gebeten treten, sind seine Augen und Ohren offen für unsere Anliegen. Besonders ist es so, wenn das gesamte Volk und Land in Not ist. Der Autor des Hebräerbriefes fasst es so zusammen:

„…so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser…” (Hebräer 10,22)

Was für eine Zusage, was für ein Versprechen, was für eine Verantwortung!

Jeden Abend 20.20 Uhr läuten in Falkenstein die Kirchenglocken und laden genau dazu ein, Fürbitte für die derzeitige Not in unserem Land und weltweit zu tun. Gott wird es hören. Das hat er versprochen.

Ihr Lutz Heidrich