Unter dem Schatten deiner Flügel
Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
David ist in seinem Leben zweimal auf der Flucht, einmal vor dem König Saul und später vor seinem verzogenen Sohn Absalom. Das erste Mal war es unverschuldetes Leiden, weil Saul ihm nicht das Königtum abtreten wollte, das zweite Mal als Folge seiner Sünde. Ich denke, hier handelt es sich um die Flucht vor Absalom. David erlebt diese schlimme Zeit im Vertrauen auf die Hilfe Gottes.
Du bist mein Helfer! Das glaubt und erlebt David. Trotz aller Not blieb David bei Gott und vertraute ihm. Das machte den Unterschied. Trotz Verzagen, Mutlosigkeit, Sünde ist er immer wieder zu seinem Gott zurückgekehrt - wie er sagt: unter den Schatten seiner Flügel.
Hat Gott eigentlich Flügel? Ist das nur ein Bild, ein Vergleich? Jesus gebraucht ähnliche Worte: (Matthäus 23, 37) Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!
Ich dachte dabei auch an die Gottesbegegnungen, die Jesaja bei seiner Berufung erleben durfte. Dort wird der Thron Gottes und die Thronengel sehr genau beschrieben. Sie haben 6 Flügel und schweben über dem Thron Gottes. Was für ein Schutz, welche Geborgenheit muss von diesem Ort ausgehen. Unter den mächtigen, schützenden Flügeln dieser Wächterengel, ganz nah am Thron Gottes. Paulus schreibt: (2. Korinther 4, 17-18) Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
David hatte diesen Blick auf das Unsichtbare! Er schaute auf Gott. Er wusste um die Flügel, die ihm in der Not Schutz und Geborgenheit gaben.
Aber wie geht das, auf das Unsichtbare blicken? Das, was ich im Blick habe, formt und beeinflusst mich, auch wenn ich es nicht mit meinen Augen sehe. Wir haben eine schlaflose Nacht, nur weil wir eine bestimmte Sorge immer wieder „in den Blick“ nehmen. Wir Christen haben durch das Opfer Jesu ein wunderbares Vorrecht. Wir dürfen tatsächlich vor dem Thron Gottes erscheinen und von dort unsere Hilfe erwarten. Wir sind zu königlichen Priestern gemacht und dürfen daher in das himmlische Heiligtum eintreten. Wir dürfen unter dem Schatten seiner Flügel frohlocken.
Im Hebräerbrief 10, 19-22 lesen wir: „Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, ... so lasst uns hinzutreten ...“
Dort können wir wie David unter seinen Flügeln frohlocken und Schutz finden. Diese Zusage gilt jedem, der sein Leben unter die Herrschaft Jesu gestellt hat.