Ja, Herr ich glaube

Ja, Herr ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.

Johannes 11,27

Unser Monatsspruch ist ein Antwortsatz, gesprochen von einer Frau, namens Marta. Drei Geschwister waren sie - Maria, Marta und Lazarus. Sie wohnten zusammen in dem Dorf Bethanien, keine drei Kilometer von Jerusalem entfernt, an der Ostseite des Ölbergs. Ausgrabungen geben heute noch Zeugnis von dem Ort. Es muss wohl schön gewesen sein bei den drei Geschwistern. Ein offenes Haus, in dem man Gastfreundschaft erlebte. Jesus war öfters dort und hatte auch im Haus übernachtet.

Doch menschliches Glück kann oft jäh zerbrechen. So auch hier. Plötzlich erkrankte Lazarus und starb. Wir kennen ja in Verbindung mit Traueranzeigen den Satz: "Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied ..." Wie viel zerbrochenes Glück und wie viel Tränen liegen oft hinter einer solchen Mitteilung.

Auch Jesus erfährt vom Tod seines Freundes Lazarus und kommt nach Bethanien. Als er mit seinen Jüngern eintraf, ging Marta ihm entgegen und begrüßte ihn. Sie ist innerlich aufgewühlt. - Wäre vielleicht alles anders gekommen, wenn Jesus eher da gewesen wäre? Kann er vielleicht auch jetzt noch etwas tun, obwohl ihr Bruder schon in der Gruft liegt? - Ja er kann! Jetzt spricht Jesus die gewichtigen Worte, die bis heute Tränen trocknen und Trauernde trösten: "Dein Bruder wird auferstehen... Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt ..." Nach diesen gewaltigen Worten, welche die große und gewisse christliche Hoffnung beinhalten, stellt Jesus mit drei Worten noch eine Frage an Marta: "Glaubst du das?" - Von der Antwort auf diese Frage hängt bis heute alles ab! Nur der Glaube an Jesus Christus wird reich beschenkt, der Unglaube geht leer aus.

Marta antwortet. Ihre Antwort ist unser Monatsspruch für den März:
"Ja, Herr ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist." Die Antwort beinhaltet ein klares Ja zum Glauben an den Herrn Jesus Christus. Sie enthält gleichzeitig eine tiefe Erkenntnis seiner Person und große Wertschätzung für ihn. Indem Marta Jesus als den Christus bezeichnet, was "der Gesalbte" bedeutet, spricht sie ihm Königswürde zu. Könige und Priester wurden bei der Amtseinführung gesalbt.

Wer so glaubt, wird nicht enttäuscht. Das erlebte auch Marta. "Dein Bruder wird auferstehen", hatte Jesus ihr versprochen. Marta dachte dabei an einen fernen Zeitpunkt. Jesus aber demonstrierte durch die Auferweckung des Lazarus, wer Herr über Tod und Leben ist. Natürlich, Tod und Sterben haben seitdem in der Welt nicht aufgehört. Die in der Bibel berichteten Totenauferweckungen haben zeichenhaften Charakter. Jesus Christus selbst hat durch sein Erlösungswerk am Kreuz und seine Auferstehung aus den Toten, die Tür zum ewigen Leben aufgestoßen.

In diesem Monat beginnt der Frühling. Damit beginnt das große "Auferstehen" in der scheinbar erstorbenen Natur. Sie ist Gottes Modell, an dem er uns die Lektion "Auferstehung und Leben" jedes Jahr neu anschaulich macht.

Jesus sagte zu Marta: "Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt." Dieses Wort gibt den an Jesus Christus Glaubenden Zukunftshoffnung und Ewigkeitsperspektive, für ihr Leben. Wie gut, dass Jesus in unsere Welt gekommen ist. Wie wichtig aber auch, dass wir mit Marta sprechen: "Ja, Herr ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes."

Werner Oberlein
Falkensteiner Anzeiger, 23.03.2006