Schuldenfrei

Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war,und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.

Kolloser 8,25

Ein Kredit ist nichts Angenehmes: Monat für Monat musst Du die Raten bezahlen. Am Ende der Rückzahlung kann man nur hoffen, dass die erworbene Sache wenigstens noch halbwegs ihren Kaufpreis wert ist. Viele Amerikaner fielen mit dieser Hoffnung auf die Nase: Sie hatten sich Häuser auf Kredit gekauft, konnten nicht mehr zahlen, wollten dann die Häuser verkaufen und den Schuldbrief einlösen – doch mussten sie feststellen: „Mein Haus ist nichts mehr wert! Keiner will mein Haus!“

Wie eine Last trägt jeder Mensch solch einen Schuldbrief mit sich herum: Wir haben uns Rechte herausgenommen, die uns gar nicht zustehen: Wir haben uns das Recht herausgenommen, andere zu belügen, zu betrügen, über andere schlecht zu reden, andere zu beneiden, den Gottesdienst zu meiden, in allen unmöglichen Situationen „Gott“ in den Mund zu nehmen, ja das Recht, den links liegen zu lassen, der täglich unser Leben erhält, und ihn höchstens mal anzuklagen, wenn irgendetwas nicht nach unserem Kopf geht. Das sind unsere sogenannten Werte! Und wir stehen ständig in Gefahr, alles munter weiter so zu machen. Doch für diese Rechte haben wir zu zahlen! Nur gibt's da ein Problem: Keiner von uns kann dafür zahlen! Und eines Tages werden das alle feststellen: „Diese Rechte sind nichts wert! Niemand kann mit diesen Rechten etwas anfangen! Und abkaufen will das auch keiner: Denn diese Rechte bringen doch nur Tod und Verderben!“

Einer hat sich aufgemacht. Einer hat sich bereiterklärt, diese Rechte abzukaufen - bereiterklärt, alle Konsequenzen zu tragen, die der Besitz dieser Rechte hat: Jesus. Er sagt: „Ich kenne Deinen Schuldbrief. Ich bezahle das für Dich.“ Jesus zahlte am Kreuz. Diese 4 Worte haben eine gewaltige Aussage: Der, der ohne Sünde war, hat sich zur Sünde machen lassen. Der, der diese Rechte gar nicht in Anspruch genommen hat, hat für diese Rechte bezahlt. Der, der gar nichts mit unserer Katastrophe zu tun hatte, hat die Folgen auf sich genommen: Tod und Verderben bis ins Äußerste! Der Schuldbrief ist getilgt. Der Schuldbrief ist ans Kreuz geheftet. Dort hängt eine Person. Dort stirbt Dein Heiland Jesus Christus für Deinen Schuldbrief!

Vor uns liegen Tage, die uns die Fragen stellen werden: „Interessiert mich das Kreuz Jesu? Interessiert mich, was einer dort für mich getan hat? Nehme ich das in Empfang?“ Pro Christ lädt uns ein, dass wir ganz neu unter das Kreuz Jesu kommen. Die Passionsandachten laden ein, zu bedenken, was Jesus für uns gelitten hat. Karfreitag und Ostern machen deutlich, was der HERR für uns erwirbt: ein neues Leben! Wir haben in diesen Wochen die Möglichkeit, Gott und dem Geheimnis unserer Erlösung besonders nahe zu kommen. Diese Chance sollten wir nicht vorüber gehen lassen.

„Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die Dich bewog von aller Schuld des Bösen
mich zu erlösen.“
(nach EG 91,1)

Pfarrer z.A. Jörg Grundmann