Seid in ihm verwurzelt und gegründet

„Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm.“

Wie das möglich ist, schreibt der Apostel Paulus nun im Folgenden:

„Seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.“

Koloser 2,6-7

Da schreibt der Apostel Paulus an Menschen, die den Herrn Jesus angenommen haben. Das ist die Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen und wichtigen Hinweise. Zuerst muss also für jeden von uns geklärt sein, ob wir Jesus angenommen haben. Es geht also in erster Linie nicht darum, ob ich zu einer Kirche und Gemeinde gehöre, obwohl das sehr wichtig ist, um bei Jesus zu bleiben. Aber hier spricht Paulus sehr eindeutig davon, was die Grundvoraussetzung ist: Jesus bewusst annehmen, aufnehmen, in mein Leben herein bitten. Das ist ein ganz bewusster Schritt (oder auch mehrere Schritte). Aber das muss jeder von uns wissen, ob er Jesus angenommen hat. Ob in meinem Lebenshaus Jesus wohnt oder nicht, das kann ja keine vage Vermutung sein. Ob in unseren Häusern jemand wohnt oder nicht, zumal als Herr dieser Welt und meines Lebens, darüber gibt es keinen Zweifel.

Von den Folgen dieser Tatsache schreibt er noch im gleichen Satz: „… So lebt auch in ihm!“ Aber genau das scheint das Problem zu sein. Es ist eine fundamentale Erfahrung all derer, denen es ein Anliegen ist, dass Menschen um uns herum Jesus kennen lernen und ihn in ihr Leben aufnehmen, dass dieser Schritt (Jesus aufnehmen) relativ einfach ist im Vergleich zu dem BLEIBEN in diesem Stand.

Deshalb schreibt der Apostel in sehr bildhafter Rede wie das möglich ist. Einmal gebraucht er das Bild eines Baumes, der ordentlich verwurzelt sein muss, wenn er Bestand haben soll und Frucht bringen kann. Wer von uns schon einmal einen Wurzelstock eines Pflaumenbaumes etwa aus der Erde gegraben hat, der weiß, wie tief und fest er mit dem Erdreich verbunden ist. So muss auch unser Leben tief und fest mit Jesus verwurzelt sein. Und darauf müssen wir sehr achten, dass unser Gebetsleben und das Leben mit dem Wort Gottes tief und fest sind.

Das zweite Bild, das Paulus gebraucht, ist das eines Hausfundamentes. Unser Leben muss fest gegründet sein auf den Felsen Jesus.

Als letztes in unserem Monatsspruch weist Paulus darauf hin, was wohl die beste Hilfe dabei ist, dass unsere Leben verwurzelt und fest gegründet bleibt: reichlich dankbar sein. Nicht reichlich kritisch und reichliche Glaubenserkenntnis, sondern dankbar sein in allen Dingen. Wir haben also in diesem Monat genügend Möglichkeiten, durch unsere reichliche Dankbarkeit unseren Glauben stabil und fruchtbringend werden zu lassen.

Euer Pfr. i.R. Volkmar Körner