Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht

Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht;
denn solche Opfer gefallen Gott.

Hebräer 13,16

Es ist nicht die einzigste Stelle des Neuen Testaments, wo wir diese Aufforderung lesen: Vergesst folgendes nicht! Wie schnell sind wir lediglich bei uns selbst, bei unseren Freuden und Sorgen, Bedürfnissen, bei unserem Mangel, bei unserer unmittelbaren Arbeit, bei unseren Beschäftigungen – selbst in Zeiten großer Solidarität, großer Hilfe und Anteilnahme, kehren wir doch schnell wieder zu unserem Eigenen zurück. Nun, es sollte ein Kennzeichen für Unerlöste sein, wo jeder nur auf seinen Weg sieht (Jesaja 53,6). Und doch, auch wir brauchen die Erinnerung, die Ermahnung, weil auch wir immer wieder dem Einzelgängertum und der Selbstsucht verfallen (vielleicht oft gar nicht bewusst und gewollt), obwohl wir – seit unserer Rettung – andere Anlagen haben und gute Früchte bringen sollen (2. Korinther 5,17; Philiper 4,17, Matthäus 7,17) und Jesus bringt sie ja hervor (Johannes 15,5).

Als Kinder Gottes sind wir auch in den Leib unseres Herrn gestellt und darin nicht allein. Im Griechischen steht für „mit andern zu teilen“ nur das eine Wort „Koinonia“, und das bedeutet so viel wie Gemeinschaft, Anteil, Teilnahme oder auch Hilfeleistung, Liebesgabe – all das steckt da drin. Und einige Abschnitte der Briefe, die die Aufforderung des Monatsspruches haben, werden eingeleitet oder überschrieben mit „brüderlicher Liebe“. Wir sind (auch sichtbar) miteinander verbunden in Jesus und somit auch angehalten zu gegenseitigen Liebesdiensten, nicht Gefälligkeiten. Oft werden hierbei die konkreten materiellen Hilfestellungen erwähnt. Den Reichen gebiete, dass sie Gutes tun (1. Timoteus 6,18), wenn jemand der Welt Güter hat, soll er sein Herz nicht zuschließen vor dem darbenden Bruder (1. Johannes 3,17), aber auch der Besuch der Waisen und Witwen in ihrer Trübsal (Jakobzs 2,27) ist sicher gemeint. Oder auch das Zurechtbringen mit sanftmütigem Geist des von einer Verfehlung Ereilten oder das Tragen der Last des anderen (Galater 6,1.2), was immer die sei.

Und damit nicht jemand meinen kann, es genüge nun aufzugehen im Sozialen, Humanitären, im Gutsein oder wie immer man es nennen kann – all diese Hinweise stehen meist am Ende der Briefe, in der Ethik, was man tun soll; es sind die Früchte, die aus dem Glauben an Jesus, die aus der Verbindung mit Jesus hervorgehen. Denn Christsein ist gerechtfertigt sein im Glauben an Jesus. Ist folgend Heiligung und in der Liebe tätig sein (siehe Jakobus), die sich ausweitet in der Liebe zu allen Menschen (2. Petrus 1,7; Galater 6,10). Zuerst wird der Glaube aufgerichtet und gestärkt im Mitteilen geistlicher Gaben (Römer 1,11), die Werke folgen nach. Und Opfer? Ist nicht ein Opfer das von Gott Gebotene, sein Wille? So ist es nicht das, was wir großzügig oder verdienstheischend aufbringen. Sind wir es nicht Gott und einander schuldig? Lasst uns also immer mehr mit Jesus verbunden sein, dass ER in uns tun kann, was Gott gefällt.

Ihr Falk Schubert