Ein neues Herz - Andacht zur Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26

Auch wenn wir die Jahreslosung getrost auf uns beziehen können, weil das Wort Gottes allen Menschen gilt, so ist sie doch zuerst dem Volk Israel gesagt. Wenn wir uns den Textzusammenhang anschauen merken wir, es geht um Gottes Ehre, die durch das eigensinnige Verhalten seines Volkes weltweit in Misskredit gebracht wurde. Gott wollte sein Volk zu einem Vorbild für alle Völker machen und damit allen Menschen zeigen, wie heilig und gut ER ist. Die Israeliten sollten das Licht für die Heiden sein und aller Welt demonstrieren, wie gut es ist, wenn ein Volk Gott als seinen Herrn und König hat. Doch durch den Ungehorsam der Menschen konnte dieser Plan nicht erfüllt werden. Damit sind aber die Absichten Gottes lange nicht gescheitert. Ihr Versagen ist unser Heil, so erklärt es später Paulus und sagt, dass wir Menschen aus den anderen Völkern dadurch nun die Möglichkeit der Rettung erhalten haben. Wir, die heutigen Christen, leben also in einem zeitlich begrenzten Abschnitt der Heilsgeschichte. Er hat mit der Bekehrung des Cornelius kurz nach Pfingsten begonnen und wird mit der Erfüllung unserer Jahreslosung eine ganz deutliche Wendung erfahren. Dieser Zusammenhang kann uns helfen, die derzeitige Situation der Christenheit besser zu verstehen und dadurch hoffnungsvoller in die Zukunft zu blicken. In unserem Text heißt es, dass Gott seinem Volk ein neues Herz und einen neuen Geist geben will und Menschen aus ihnen machen wird, die seinem Wort gern gehorchen. Damit wäre dann die Voraussetzung geschaffen, ihre eigentliche Berufung doch noch zu erfüllen. Wir lesen außerdem, dass dies geschehen wird, wenn Gott sein Volk aus allen Völkern, in die er es zerstreut hat, wieder sammelt. Nun, dieses Sammeln ist schon seit etlichen Jahrzehnten voll im Gange. Wir können daraus schlussfolgern: Gott bereitet dieses gewaltige Ereignis der neuen Herzen für Israel bereits vor. Wir heutigen Christen können gespannt sein, wie Gott sein Werk vorantreibt. Das Heil kommt von den Juden und nicht aus den Völkern. Paulus erwähnt das zweifach im Römerbrief: „Den Juden zuerst und ebenso den Griechen.“ Daraus folgt für mich:

  1. Wir könnten unsere Rolle, unsere Perspektiven und Probleme als Christen des Abendlandes mehr von diesen Tatsachen her betrachten und vielleicht manche Dinge neu überdenken.
  2. Wir freuen uns und sind umso dankbarer, weil wir seit ca. 2000 Jahren durch Jesus die Möglichkeit haben, ein neues Herz und einen neuen Geist zu bekommen.
  3. Wir dürfen gespannt sein, was geschieht, wenn Gott diese Verheißung an seinem Volk wahr macht und wir sollten für ihre Erfüllung beten.

In Römer 11,15 schreibt Paulus über Versagen und Erweckung seines Volkes: „Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!“

Das bedeutet doch, dass auch mit uns, den Christen aus den Völkern, noch viel passieren wird. Doch wohlgemerkt, nicht durch uns wird das geschehen, sondern durch Jesus und sein erwecktes Volk Israel. Denn Sacharja schreibt: „Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden „einen“ jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist.“ (Sacharja 8,23) Und Jesus lehrte: „Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“ Dieses kommende Ereignis wird ein völlig neues Kapitel der Heilsgeschichte aufschlagen. Dann wird auch uns noch viel deutlicher, was Paulus in Römer 11,18 sagt: „… so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.“

Denn eins ist klar, wenn die Wurzel in Not ist, dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Zweige. Die Wurzel ist Israel und die Zweige sind wir. Jesus trägt uns Christen bis heute auf diese geheimnisvolle Weise. Daraus kann man schließen: Ihr Wohlergehen und ihre Erweckung wird auch für uns nichts anderes sein, als Leben aus den Toten.

Ich wünsche allen Lesern alles Gute für das Jahr 2017, Gottes Schutz und Segen und dass Sie erleben, wie Sie durch dieses Jahr von IHM getragen werden.

Lutz Heidrich