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Ev.-Luth. Kirchgemeinde Falkenstein-Grünbach

Glaube, Hoffnung, Liebe

Derzeit geht uns so manches durch den Kopf: Wir haben jetzt Angst vor Ansteckung und Krankheit, vor den Folgen der Krise, davor, dass es wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich steil bergab gehen kann, ob wir genug zu essen und auch genug Klo-Papier haben werden? Mangelt es uns vielleicht an Bescheidenheit, Demut und vielleicht sogar an Gottvertrauen? Wenn wir ehrlich sind, geht es vielen Menschen trotz der Krise und der damit verbundenen Einschränkungen immer noch relativ gut. Wir müssen aber auch ehrlich genug sein und sagen, dass die Lage sich dramatisch verschlimmern kann. Was kommt da noch alles auf uns zu?

Eines jedenfalls ist unserer Meinung nach Fakt: Die Krise kommt nicht von Gott, auch wenn er momentan die negativen Kräfte zulässt. Er straft uns nicht, denn er ist ein liebender und barmherziger Gott. Aber er will uns auf alle Fälle wachrütteln. Und wir müssen uns auch selbst fragen: Was ist unser Anteil an dieser verrückten Welt? Haben wir Gottes Ruf nach Umkehr immer noch nicht verstanden?

Das ist nicht die erste Krise der Menschheit und es wird wahrscheinlich auch nicht die letzte sein. Und die gegenwärtige Krise wird über kurz oder lang überwunden sein. Aber was ist danach? Ein einfaches „weiter so“ ohne Umkehr, wie nach der Finanzkrise 2008/2009? Es wird sicher wirtschaftliche, soziale und menschliche Verwerfungen, aber auch große Chancen geben. Es wird sicher auch ein neues Miteinander geben; der Nächste wird uns bestimmt viel näher sein. Und vieles was uns heute so unendlich wichtig ist, wird plötzlich zweitrangig werden.

Gut, dass wir Christen ein „Rezept“ für solche und ähnliche Fälle haben: Glaube, Hoffnung, Liebe (1. Korinther 13,13). Unser Glaube heißt, dass wir auf Gott vertrauen: Er wird eine Lösung haben. Unsere Hoffnung heißt, dass wir selbst durch noch so große Bedrängnisse auf bessere Zeiten zusteuern. Und unsere Liebe soll über allem stehen, soll vielen zuteil werden, besonders in diesen verrückten Zeiten. Wir stehen mit beiden Beinen auf dem festen Boden, denn Gott uns gibt. Beten wir beharrlich zu Gott, seien wir dankbar für alles Gute, das wir erleben und erhalten, glauben wir an eine Lösung, strahlen wir Hoffnung aus für unser Umfeld und zeigen wir anderen unsere Liebe.

Gott segne uns. Amen.

Andrea und Werner Seeling
31. März 2020


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zuletzt aktualisiert am: 03.04.2020